Regisseur F. Gary Gray hat sich bisher nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert. Weder seine HipHop Komödie "Friday" noch sein Frauen Gangfilm "Set ist of" konnten ihrem jeweiligen Genre neue Impulse verleihen oder aus der Masse an Veröffentlichungen hervorstechen. F. Gary Gray inszenierte dabei durchaus auf gutem Mittelklasse Standrad, wie man auch an seiner Neuauflage von "The Italian Job" sehen konnte, aber irgendwie fehlte immer etwas. Ähnlich verhält es sich auch bei seiner Zusammenarbeit mit Vin Diesel in "Extreme Rage".
Die Story bietet wenig neues, es geht um einen DEA Cop (Diesel) dessen Frau von den Schergen des Ominösen El Diablo umgebracht wird. Er sinnt auf Rache und räumt in der Drogenszene auf.
Dabei gewinnt er weder der Story noch den Charakteren Facetten ab, die man nicht schon zig-fach in anderen Filmen gesehen hat, und dort oft auch noch besser. Keine überraschenden Wendungen oder sonstigen Plottwists lockern die Standrad Story auf, wodurch sich beim Zuschauer schon bald ein Gefühl der Langeweile einstellt, da man doch immer genau weis wie sich die Charaktere verhalten werden und was alles nächstes kommt.
Zudem legt F. Gary Gray zwischen den eher spärlich gesäten Actionszenen zuviel Wert auf halbgare Dialoge, die sich oft in Belanglosigkeit und Geschwafel verlieren.
Das der Film dann letztlich doch im Gedächtnis haften bleibt liegt dann auch an den erstklassig inszenierten Actionszenen, die fast komplett aus Shoot-Outs bestehen. Hier zeigt sich nicht nur, das Gray ein gutes Auge für Action hat sondern diese auch mitreißend und spannend inszenieren kann. Dabei kommen die Shoot-outs sehr realistisch rüber und wirken nur selten überzogen. Insbesondere die Schießerei zwischen Dealern und Cops auf einem Parkplatz kann durchaus als Highlight gewertet werden. Da wurde ganze Arbeit geleistet.
Schlossen sich die Worte Realistische Action, Schauspielkunst und Vin Diesel bisher ja gegenseitig aus, muss man den Mann mit dem Charakter Kopf hier eindeutig zu seiner schauspielerischen Leistung gratulieren. Er spielt den trauernden und verzweifelten Cop absolut überzeugend und bleibt dabei fern von allem übertrieben coolem Gehabe und überzogenem Spiel das noch in "XXX" und "Fast and the Furious" an der Tagesordnung war. Hiermit dürfte sich Diesel spätestens als ernst zunehmender Schauspieler empfohlen haben.
Da der Film komplett auf ihn zugeschnitten wurde fallen die anderen Charaktere doch stark ab. am ehesten kann noch Larenz Tate als Diesels Partner aus der Masse hervorstechen, ohne allerdings allzu große Akzente zu setzen.
Optisch ist der Film durchaus ansprechend gestaltet. Viele Farbfilter, Bilder im Hochglanzlook und über allem die hitzig schwüle Atmosphäre Mexikos und New Mexikos. Es gibt zwar keine großen Experimente mit ausgefallenen Kamerafahrten und Winkeln, aber die Umsetzung ist doch recht gut gelungen und bietet zumindest optisch hochwertige Kost. Der Soundtrack ist ebenso wie der Score eher zurückhaltend gestaltet, fällt dadurch aber auch nicht negativ auf.
Vin Diesels Versuch als ernsthafter Darsteller zu etablieren ist mit "Extreme Rage" sicherlich gelungen, auch wenn der Film in seiner Gesamtheit nicht über gehobenes Mittelmaß hinauskommt. So bleibt ein Film, den man als Diesel Fan gesehen haben sollte, als Freund von anspruchsvollen Cop und Actiondramen aber getrost übergehen kann, da weder bei Story noch bei Charakterentwicklung etwas neues geboten wird.