"Extreme Rage" ist weder Fisch noch Fleisch, ein durchschnittlicher Mischling aus Drama, Action und Thriller, der keinen Genrebereich wirklich zufriedenstellend abzudecken vermag.
Mit den Bildern des rundum glücklichen, sich in einer harmonischen Ehe befindenden Polizisten Sean Vetter wärmt Regisseur F. Gary Gray Altbekanntes auf: Eine Idylle, die geradezu danach schreit, zerstört werden zu wollen. Da währt es auch nicht lange und dem Cop wird das Geliebte weggenommen. Rache, Wut und Selbstjustiz sind nun die Stichworte Vetters. So darf Vin Diesel ein ums andere Mal austicken; hält einem Kleinkriminellen die mit einer Kugel geladene Dienstwaffe an den Kopf und drückt ab oder schlägt den Mörder seiner Frau im Dienst eigenhändig zu Tode. Glücklicherweise lässt Gray das Motiv der Selbstjustiz aber nicht völlig ausarten.
Als Actioner funktioniert "Extreme Rage" nur bedingt. Vereinzelt tauchen sorgfältig inszenierte Schusswechsel auf, größtenteils aber wird das Tempo durch dramatische Komponenten gedrosselt. An sich kein schlechtes Mittel, wenn es nur ausgereifter präsentiert werden würde. Dramatik und Emotionen wirken in ihrem Timing leider allzu oft aufgesetzt und künstlich, obwohl Vin Diesel eine schauspielerisch überraschend engagierte Vorstellung zum Besten gibt.
"Extreme Rage" ist gewohnte Ware; bietet nichts, was man nicht schon einmal gesehen hat. Glanzvolle Optik, unbeeindruckende Geschichte und eine halbgare Umsetzung dramatischer Elemente.