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Der US-Armee kommen bei einer Übung unglücklicherweise ein paar Soldaten abhanden. Nun könnte man annehmen daß die üblichen 10% Schwund durchaus normal sind, insbesondere in einer verregneten Nacht, um nicht zu sagen während eines Hurrikans. Doch es handelt sich um weit mehr als 10%, von sieben Leuten kommen gerade mal zwei lebend zurück, der eine davon schwer verletzt. Unter den Toten: Seargant West (Samuel L. Jackson). Hardy (John Travolta) soll nun zusammen mit Osborne (Connie Nielsen) die beiden Überlebenden befragen was da im Buschland während des Hurrikans bei der Übung genau vorgefallen ist.

West wird als ausbeuterischer Sadist dargestellt, der Trainingsunfälle durchaus in Kauf nimmt um die Stärke seiner Einheit zu demonstrieren. Da liegt die Vermutung nahe, daß bei der ganzen Aktion die Todesfälle auf einen solchen inszenierten "Trainingsunfall" zurückzuführen sind, sei es wegen einer mißglückten Racheaktion oder wegen eines Drogenskandals. Doch was soll man glauben? Hardy und Osborne haben damit so ihre Schwierigkeiten - doch diese Verständnisschwierigkeiten sind nichts im Vergleich zu den Schwierigkeiten die der Zuschauer bei all dem Durcheinander hat.

Ganz im Stil von "die üblichen Verdächtigen" werden Geschichten gestrickt und die Vergangenheit immer wieder neu erzählt, mit Rückblenden gearbeitet und vermeintliche Lösungen dem Zuschauer präsentiert, die sich dann aber doch wieder als falsch herausstellen. Ein Verwirrspiel bei dem sich Regisseur John McTiernan nach einigen Flops (Rollerball, die Thomas Crown Affäre) eindrucksvoll zurück meldet. Auch wenn die Kulisse recht einfältig wirkt (ständig dunkle Nacht und ein unsägliches Scheisswetter) trägt sie durch die fast schon freche Dauerpräsenz viel zum Spannungsbogen des Thrillers bei.

Das Ende muß man sich unter Umständen zweimal angucken, jedenfalls hat man genügend Gesprächsstoff zur Diskussion - und "die" wahre einzige Auflösung wird es wohl kaum geben, zumal diese Auflösung durchaus unterschiedlich interpretierbar ist und wenig zur Aufklärung des ganzen Verwirrspiels beiträgt (Stichwort wozu das alles). Aber man fühlt sich nicht nur bestens unterhalten sondern man wird auch voll miteinbezogen in die Gedankenwelt des Films - fesselnde anderthalb Stunden sind gewährleistet.

John Travolta und Samuel L. Jackson dürfen seit "Pulp Fiction" mal wieder aufeinander treffen und haben sichtlich Spaß an ihren Rollen, insbesondere Jackson als Schleifer. Eine Freude die beiden so agieren zu sehen! Nielsen als weitere Hauptrolle hingegen kann sich schlecht profilieren, wird nicht nur von Travolta sondern selbst von Brian Van Holt (Dunbar) glatt an die Wand gespielt.

"Basic" ist ein gelungenes Verwirrspiel, nur sollte man sich zum Ende dann nicht zu sehr verwirren lassen und über den Realismus des Streifens nachdenken: genießen und sich überraschen lassen.

(8/10)

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