Review

John Travolta spielt einen Drogenfahnder, der von einem alten Freund gebeten wird, den mysteriösen Tod einiger Soldaten aufzuklären. Die Truppe des sadistischen Nathan West, gespielt von Samuel L. Jackson, hat begonnen sich gegenseitig zu töten und die Überlebenden verstricken sich in diversen Lügengeschichten.

Spätestens nach "Predator", "Stirb langsam" und "Jagd auf Roter Oktober" stieg John McTiernan zu den bekanntesten und gefragtesten Regisseuren Hollywoods auf, doch mit Flops wie "Rollerball" oder seinem Rausschmiss bei "Der 13. Krieger" brauchte McTiernan dringend noch einmal einen Erfolg, aber mit "Basic" funktioniert dies auch nur teilweise. Die Inszenierung von McTiernan ist dabei ordentlich, kann aber bei weitem nicht an seine besten Filme anknüpfen. Das Erzähltempo hält McTiernan ziemlich hoch, sodass der Film die ganze Zeit über bestens unterhalten kann und er schaffte es darüber hinaus einen Ansatz von Dramatik und ein bisschen Spannung aufzubauen, aber leider kommt er über diesen soliden bis ordentlichen Unterhaltungswert zu keinem Zeitpunkt hinaus. Die Wendungen platziert er solide, verstrickt sich aber zum Ende hin immer tiefer in das wirre und unwahrscheinliche Drehbuch, wobei vor allem zum Ende hin zu dick aufgetragen wird. Die Verhöre sind gut gemacht und die Dialoge schnell und spannend inszeniert. Die Filmmusik ist nicht sonderlich auffällig und so gelingt es McTiernan leider kaum eine bedrohliche Atmosphäre aufzubauen, auch wenn man bei den Verhören schon eine knisternde Spannung spürt. Es gibt die eine oder andere Action-Szene, aber auch hier kann er nicht an "Stirb langsam" und "Predator" anknüpfen. Der Erzählstil ist nicht linear, aber die Rückblenden, in denen gezeigt wird, wie es zu der tragischen Schießerei gekommen ist, passen ganz gut in den Film, auch wenn sie dem Film stellenweise die Fahrt nehmen.

Kommen wir nun zum eigentlichen Schwachpunkt des Films: Der Story. Anfangs macht die Story noch Sinn und man kann sich als Zuschauer zunächst einmal auf einen gelungenen Thriller freuen. Im Mittelteil verstricken sich die Überlebenden dann immer tiefer in ihrem Lügennetz, genauso wie die Story, die so viele Wendungen einbaut, dass man als Zuschauer jetzt schon ahnt, dass der Film kaum noch einigermaßen sinnstiftend die Kurve kriegen kann. Im Finale jagt dann eine Wendung die andere und das Netz aus unwahrscheinlichen Zusammenhängen wird immer größer und verwirrender und ist kaum noch zu überblicken und obwohl der Film damit komplex und überraschend ist, ist er dennoch flach und unwahrscheinlich und damit zum Scheitern verurteilt. Die Charakterkonstruktion ist dabei eher durchschnittlich, wobei man sich immerhin im Ansatz Mühe gibt, den Charakteren Tiefe zu verleihen. Alles in allem ist die Story wirklich schwach, was in Anbetracht der guten Regie und der starken Darsteller überaus bedauerlich ist.

John Travolta darf nach "Zivilprozess" und "Face Off" mal wieder einen Ermittler spielen und löst die Rolle gewohnt routiniert. Mit seiner trockenen und coolen Art passt er sehr gut in die Rolle des Verhörspezialisten und leistet vor allem bei eben diesen Verhören gute Arbeit. Samuel L. Jackson macht sich als sadistischer Soldat und Ausbilder ebenfalls sehr gut und ist mit seiner militärischen Art und seiner gewaltigen Stimmer geradezu prädestiniert für diese Rolle. Connie Nielsen spielt die Rolle der ehrgeizigen Ermittlerin ebenfalls gut, genauso, wie Giovanni Ribisi, der als verletzter Überlebender überzeugen kann.

Fazit:
Auch wenn John McTiernan bei seiner Inszenierung ordentliche Arbeit leistet und die Darsteller gute Arbeit leisten, scheitert "Basic" an seiner schwachen und unwahrscheinlichen Story, die zum Ende hin immer unlogischer und obskurer wird. So ist das Werk zwar unterhaltsam, aber die Welt hätte sich wohl auch ohne "Basic" weitergedreht.

60%

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