Review

Tierhorrorfilme erfreuten sich immer einer besonderen Popularität unter den Horrorfilmen. "Mörder" waren hier keine geisteskranken Psychopathen oder Dämonen, sondern Tiere wie man sie hier mehr (Spinnen, Ratten) oder weniger (Krokodile, Haie) quasi im Schlafzimmer hat. "Alligator" ist ein sehr guter und atmosphärischer Vertreter dieser Sparte.

Das liegt zum großen Teil der stimmigen Photographie - so beginnt der Film in dem Auge eines Alligators, aus dem rausgezoomt wird. Ein todesmutiger Mann stolpert durch das Wasser, er nähert sich dem Alligator. *Schwupps*, schon schnappt das Vieh zu. Doch der Mann kann sich seiner nochmal erwehren - als Pfleger der Reptilien und Teil der Attraktion der Show in der er sich befindet sollte er das. Trotzdem ist auch er nicht vor Unfällen gefeilt...Angst daraufhin wohl der Grund, das ein Papa dessen Tochter nach der Vorführung ein kleines Krokodil geschenkt bekommen hat, den Kroko in der heimischen Toilette versenkt. Unten in der Kanalisation beginnt das Krokodil aufgrund seiner Mahlzeiten aus entsorgten Laboratorien mit Wachstumspräparaten zu einem riesigen Monsterkrokodil zu mutieren...zwölf Jahre später ist es soweit angewachsen, das es sich an Menschen heran macht. Mit den zunehmenden Morden muß sich ein Cop beschäftigen, der inzwischen (ohne das er es ahnt) genau die Reptilienforscherin an seiner Seite hat, deren Vater das Reptil entsorgte. Aber auch mit diesem Wissen wird es ein schwerer Kampf, dann das Krokodil hat die Kanalisation längst verlassen...

"Alligator" ist ein sehr stimmiger und atmosphärisch dichter Film, der von Anfang bis Ende vollends überzeugen kann. Im Fahrwasser des "Weißen Hais" mitschwimmend, haben beide Filme jedoch nur wenig Gemeinsamkeit. Trotzdem überzeugen gute Darsteller in interessanten Rollen, die harten F/X und die spannende Atmosphäre. Die Geschichte macht den Film ist interessant und kann überzeugen: Angesiedelt zwischen Anprangung von Tierversuchen, dem Katastrophenfilm, hartem Tierhorror und leisen Humoreinlagen wird man sehr gut unterhalten.

Besonders die Szenen unterhalb der Erde, in der Heimat des Monsters - die Kanalisation, sind hervorragend inszeniert. Eingetaucht in kühlem blauen Licht geht das meist kaum wahrnehmbare Reptil auf Opferjagd. Die Schnitttechnik ist rasant und gibt dem Film die nötige pulstreibende Atmosphäre. Der Alligator ist zunächst selten ganz zu sehen, taucht er dann aber auf, ist er gut animiert und für sein Alter von knapp 25 Jahren recht ansehnlich. Auch die herben Blutszenen sind gut gemacht, wobei die eigentlichen Beissszenen eher moderat ausfallen. Die actionlastigen Sequenzen sind gut und budgetbedingt trotzdem recht ansehlich geworden, stehen aber im Hintergrund. Ähnlich wie beim "Weissen Hai" sind der Cop und das Tier die eigentlichen Kontrahenten.

Außerhalb der zahlreichen Jagd- und Gejagdwerden-Szenen wird es auch selten langweilig. Das liegt vor allem an den Darstellern, allen voran der smarte Cop, (dargestellt durch Robert Forster) eine Sympathiefigur, agiert sehr gut. Aber auch die Reptilienforscherin ist sympathisch , die restlichen Charaktere (wie der Reptilienjägerdarsteller Henry Silvas) sind ebenfalls gut, wenn auch durch sie der Film manch skurrile Situation bietet: so wird a la "Weisser Hai" Halali auf die Krokojagd geblasen, wo sich in Souvenirverkäufer taumeln, und Dynamitfischen neben Tretbooten stattfindet; auch viele Wortwitze und kleine Gags lockern den spannenden Film so auf, ohne das Atmosphäre verloren geht.

Für ein B-Movie insgesamt jedoch "anspruchsvolle" Kost, stimmt hier doch das meiste. Die temporeiche und spannende Inszenierung Regisseurs Lewis Teague entschädigt für kleine Längen und dem leicht naiven Charme.

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