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Nachdem bei einem Grubenunglück wegen mangelhafter Sicherheitsvorkehrungen zwei Bergleute ums Leben gekommen sind, beschließen die Verantwortlichen der Gewerkschaft, mit einem Streik für eine Besserung der Situation zu sorgen. Doch der geplante Streik bewirkt nichts, da das Unternehmen hinter den Kulissen alle Fäden in der Hand hält – auch bei Behörden und Polizei. Irgendwann reißt einer der Frauen der Bergmänner der Geduldsfaden, und sie überredet alle anderen Frauen dazu, ihre Männer mit allen Kräften zu unterstützen, was allerdings auch nur dazu führt, daß die Frauen im Gefängnis landen. Doch dann kommt es zu einem weiteren Unglücksfall und die Situation droht zu endgültig zu eskalieren.

Zeit der Gerechtigkeit spielt im Jahr 1973 im tiefsten Hinterland von Kentucky und ist mal wieder wahren Begebenheiten geschuldet. Von der Grundstory, vom Jahrgang und vom Ablauf erinnert der Film dabei stark an Kaltes Land, mit der Ausnahme das es hier nicht direkt nur um Frauenrechte geht, sondern um das Leben und die Arbeitsbedingungen der kompletten Gruben-Belegschaft.
In diesem fürs Fernsehen produzierten Drama (aber man höre und staune in dem Fernsehfilm sind sogar Brüste zu sehen, dachte immer das wäre in den USA bei Todesstrafe verboten) wird und darf natürlich niemand Action oder atemlose Spannung erwarten. Die Erzählweise ist sehr ruhig, eben ein typisches Portrait hart arbeitender Bevölkerung des kleinen Nestes Brookside, die alle vom Bergbau abhängig sind, aber von den Minenbetreibern schamlos ausgenutzt werden und unter katatrophalen Sicherheitsbedingungen unter Tage schuften müssen.
Thematisiert wird dabei vor allem der schwierige Aufbau einer Gewerkschaft und das Schicksal der Familie Kincaid. Ein Streik der sich über ein Jahr hinzog, läßt beide Seiten auseinanderdriften und zu allen legalen und illegalen Methoden zu greifen um die Bänder wieder laufen zu lassen. Die Sympathien liegen dabei klar auf Seiten der unterjochten Arbeiter, die sich frei nach dem Motto "zusammen können wir es schaffen" organisieren und gegen alle Widrigkeiten kämpfen.
Reinrassige Dramen sind jetzt zwar nicht so unbedingt meine Favoriten, aber wenn die Geschichte gut erzählt ist, warum nicht. Man muß sich allerdings auf die Geschichte und die Charaktere einlassen, wer ständig mit nervösem Zeigefinger auf der Fernbedienung agiert, sollte mal lieber wegbleiben. Zeit der Gerechtigkeit setzt mehr auf Einfühlsamkeit und glaubwürdige Figuren. Als gutes Drama kann man sich die 100 Minuten antun, zumal die Darsteller auch nichts zu wünschen lassen. 
6/10 

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