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„Wer ist er?“

Die kleine britische Horrorproduktion „Teuflische Signale“ aus dem Jahre 1982 ist das Langfilmdebüt des Regisseurs Roger Christian („The Final Cut – Tödliches Risiko“). Der Film um Psychokinese, Telepathie und Traummanipulation entstand nach Brian De Palmas „Carrie“ und „Teufelskreis Alpha“, nach Cronenbergs „Scanners“ und nach „Patrick“ und „Patrick lebt!“, die allesamt mit ähnlichen Motiven arbeiteten, aber noch vor beispielsweise „A Nightmare on Elm Street“.

„Mein Gott, dieses verrückte Weibsbild!“

Ein junger Mann (Zeljko Ivanek, „Der Außenseiter“) versucht, sich mit einem großen Stein unter der Jacke im Gewässer eines Feriencamps zu ertränken. Der Versuch misslingt und der fortan unter Amnesie leidende Mann landet in einer Nervenheilanstalt, wo ihn Psychiaterin Dr. Gail Farmer (Kathryn Harrold, „Schwingen der Angst“) behandelt. Doch vom Patienten scheint eine unheimliche Kraft auszugehen, die für Konfusionen in der Anstalt sorgt und Dr. Farmer schreckenerregende Visionen beschert…

Der überaus idyllische Auftakt mit pittoresken Naturaufnahmen und schwelgerischer Streichermusik kontrastiert die Ereignisse, die der Mann mit seinem Suizidversuch auslöst. „Teuflische Signale“ spielt mit den Realitäts- und Visionsebenen, sodass das Publikum selbst nicht immer weiß, was gerade filmische Realität ist und was nicht. In Sachen Ausleuchtungen, Kameraarbeit, Tonspur und Schauspiel macht der Film alles richtig und begibt sich erzählerisch mehr in den Mystery-Bereich, statt knallharten Horror aufzutischen. „Teuflische Signale“ betont häufig seine Drama-Anteile und verfügt über eine ausgeprägte tragische Note, stellt einen Bibelbezug her und konzentriert sich stark auf das eigentümliche Verhältnis des Manns zu Dr. Farmer (die zudem klassisches Mansplaining ihres Chefs (Paul Freeman, „Jäger des verlorenen Schatzes“) über sich ergehen lassen muss).

Bei einem Experiment mit dem namenlosen Mann geht’s ordentlich rund, die Postproduktion nutzte Zeitlupen zur Visualisierung. Auch eine Ratten-Massenszene bietet etwas fürs Auge. Leider ist „Teuflische Signale“ seinen Qualitäten zum Trotz etwas arg behäbig erzählt und inszeniert, ergo ein Film für die Bock-auf-Horror,-aber-nicht-auf-Krawall-Momente im Leben der Liebhaberinnen und Liebhaber unspektakulärerer europäischer Genre-Perlen der 1970er und ‘80er.

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