Leicht unstimmiges und auch letztlich etwas unbefriedigendes, aber dennoch mit genug Stärken versehenes Actiondrama um den Aufstieg und [ vorläufigen ] Fall von Wang Cheng, der Leiter des titelgebenden Teehauses ist, und dadurch sowohl bei den umliegenden Gangs als auch der eher belästigenden Polizei an allen Seiten aneckt.
Die Geschichte zerfällt zumindest anfangs in zuviele Einzelteile, die nur durch dadurch eine Verbindung haben, dass ein Kunde oder Mitarbeiter des Teehauses verwickelt ist, das schafft einen holprigen und nur mühsamst zusammengehalten Erzählverlauf; ausserdem pegelt der Film auch da recht unentschieden zwischen Komödie und Drama hin und her. Da versucht z.b. ein Minderjähriger mit aller Kraft, den Richter zu überzeugen, ihn doch bitte einzusperren, dieser aber entschuldigt das Verhalten durch Missstände in der Gesellschaft und Fehlerziehung der Eltern, dabei hat dieser gar keine Eltern mehr. In der nächsten Szene wird ein Mädchen in den Tod getrieben, ihr minderjähriger Bruder rächt diese Tat durch einen Amoklauf, Szene weiter wird das Sozialamt reingelegt. Dazwischen kommt es immer wieder zu Diskussionen darüber, ob das Gesetz nun gerecht ist oder nicht, es man in die eigenen Hände nehmen soll oder nicht. Als dann zunehmend Kunden in der nahen Umgebung ausgeraubt werden, schnappt man 3 davon und foltert diese, alles wieder leicht komödiantisch mit einen absichtlich trottligen Polizisten unterlaufen, der beide Augen zudrückt.
Weitere Episoden handeln davon, wie Cheng selber kriminelle Handlungen vollzieht, natürlich nur gegen Gangster selbst und im Dienste des guten Zwecks, ausserdem nimmt er eine junge Frau samt ihrer Kinder bei sich auf, wo er der Ersatzvater und Ehemann wird, bis irgendwann die Gangster im Teehaus auftauchen und es verwüsten.
Diese Szene allein lohnt den zeitweiligen Leerlauf, eine schöne lange Zeitlupe, in der die Verwüstung optisch und akkustisch zelebriert wird; sowieso sind einige sehr starke Szenen vertreten: das Auflauern der Gang auf dem nächtlichen Spielplatz, die Vorbereitung des Jungen auf seine Mordattacke,und ebend der Showdown. Ansonsten aber auch recht viel unnützes, oder mitten im Handlungsstrang Fallengelassenes. Irgendwie wirkt auch gerade die Begrenzung auf einen Handlungsmittelpunkt wie gerade ein Teehaus sehr unrealistisch, man stell sich das Ganze von Martin Scorsese gedreht bei Starbucks vor, wenn die Belegschaft da plötzlich zur Vigilante Force wird.
Apropos Scorsese, der Opener ist eine lange Kamerafahrt durch das Haus während seiner Eröffnung, wobei durch alle Winkel gefahren und der Handlungsort quasi vorgestellt wird. Zwar wackelt die Kamera etwas und es ist auch kein GOODFELLAS oder CASINO, aber zu dieser Zeit erstaunt so eine Aufnahme doch etwas und macht Lust auf mehr, sowieso hat Regisseur Kuei Chi Hung [ DAS BAMBUSCAMP DER FRAUEN, DIE WILDEN ENGEL VON HONGKONG ] den Film sehr gut im Griff.
Wer durch die Mitwirkung von Chen Kuan-tai und einer Shaw Brothers Production jetzt übrigens viel Kung Fu erwartet, wird sich in beiden enttäuscht sehen. Martial Arts taucht eigentlich gar nicht auf, Chen Kuan-tai tritt auch nicht grossartig kämpferisch in Aktion; erst am Schluss wird ihm ein Tisch aus Spanplatten über den Kopf gezogen, Ching Siu Tung wurde bei seinem Debüt als Choreograph anscheinend erstmal mit leichten Aktionen beauftragt.
Das etwas abrupt wirkende und so wie jetzt stehende Ende wirkt wenig befriedigend, wird allerdings im Sequel BIG BROTHER CHENG wieder aufgegriffen.