Also das Beste, was man “House 4" abgewinnen kann, ist folgendes: Bald lohnt es sich, ‘ne Straße zu bauen.
Ansonsten zeigt sich die überflüssige Gruselvehikel durch die Unterschiedlichkeit seiner Vorgänger höchst verunsichert und bietet einen richtungslosen Quark feil, der daherkommt wie eine monströse Genmutation dessen, was man aus den ersten drei Teilen so kennt.
Bezeichnend dafür ist alleine schon der Titel- und Cast- und Crew-Wirrwarr, insofern “House 3" ja bekanntermaßen nicht “House 3" war, sondern im Original der ganz unabhängige “The Horror Show”, so dass “House 4" nun der wahre “House 3" ist, der Konsequenz halber aber “House 4" betitelt wurde, um Verwirrung zu sparen (haha), und dann spielt da auch noch William Katt, bekannt als Schriftsteller Roger Cobb aus “House”, einen Familienvater namens Roger Cobb. Erinnerungen an diverse Jackie Chan-Reihen werden wach, in denen Jackie Chans Figur meistens Jackie hieß und nicht alle Teile wirklich zu einer Reihe gehörten, sondern nur so hießen.
Dieser Fakten-Nonsens wäre ja vollkommen irrelevant, würde die Qualität des Filmes nicht so sehr von ihr beeinflusst werden. Tatsächlich muss man sich aber fragen, zu welcher Ausrichtung “House 4" denn eigentlich gehören möchte. Ein paar “Nightmare on Elm Street”-Relikte sind noch von “The Horror Show” übrig geblieben (u.a. gibt es eine sprechende Pizza), Männer in lächerlichen Monstermasken sowie die neuerdings wieder stärkere Einbindung des Hauses in den Handlungsverlauf greifen das Original wieder auf und albern wird es ab und an wie in Teil 2. Neu hinzugekommen ist der Ekelfaktor, einer unappetitlichen Fett-und-Eitermasse-absaugen-und-Lakai-in-Rachen-stopf-Szene zum Dank.
Ein Bemühen ist zu erkennen, die Geschichte wieder stärker in den Vordergrund zu rücken, worüber dann aber die Schauwerte vergessen werden. Handwerklich ist “House 4" klar mit dem bröckeligsten Fundament geschlagen, die Bilder sind fahl und einfallslos und interessante Kamerafahrten müssen dem Schnitt zum Opfer gefallen sein. Alleine die Fahrt der Kamera vom ersten Stock ins Erdgeschoss-Wohnzimmer aus “The Horror Show” bietet mehr Drive als der komplette (Quasi-)Nachfolger.
Was bleibt, ist der Song vom Pizzamann, der geht ganz schön ins Ohr. Von der Geschichte um den bösen Onkel, der mit Gewalt die Familie aus dem Haus treiben will, bleibt nichts übrig; sie verblasst wie die ausdruckslosen Bilder in Windeseile - und macht Platz im Gehirn des Vielkonsumenten für neue Filme.