„Naked Weapon“ bietet ganz netten Fantasy-Action-Trash mit Hochglanzoptik aus Fernost.
Ganz zu Beginn darf man auch eine „Naked Weapon“ in Aktion erleben, als eine junge Frau erst mit einem VIP schläft, diesen dann per Wirbelsäulenverdrehen ins Jenseits befördert und eine Runde eingreifender Bodyguards hinterherschickt. Auch ein paar anwesende Agenten können nicht viel ausrichten, auch nicht, als die Frau von ihrer Auftraggeberin erschossen wird. Sicherlich ist der Beginn nichts herausragendes, doch unterhaltsames Action-Entertainment allemal.
Die Auftraggeberin, Madame M, muss jetzt Ausgleich beschaffen und lässt rund 40 junge Mädels um die 12 Jahre rum entführen. Diese werden auf ihrer Insel zu Killerinnen ausgebildet, wobei ihre Anzahl stetig dezimiert, denn einige Übungen sind ebenso tödlich wie Fluchtversuche. Mit dieser Ausbildung verbringt „Naked Weapon“ eine ganze Zeit, wobei auch hier einige derbe Ausfälle zu beklagen sind, aber dazu später mehr.
Nach der finalen Prüfung entscheidet sich die Madame dafür, nicht nur eine der Azubis zu übernehmen, sondern direkt drei am Leben zu lassen, darunter die Freundinnen Charlene (Maggie Q) und Katherine (Anya). Nun erledigen sie in ihrem Auftrag Morde, während ein junger Agent, der bei dem eingehenden Massaker anwesend war, die Spur der nackten Waffen verfolgt...
Die Story von „Naked Weapon“ ist eher eine Folie für einen trashigen Spaß ohne viel Tiefgang. Die Spannung ist nicht so hoch, aber langweilig wird das Geschehen auch nicht. Die kleinen Funken Dramatik und Romantik kann man aber flugs als Randerscheinung abhaken, denn darauf wird kaum eingegangen. Zudem ist das Tempo recht flott und die Inszenierung schmissig, auch wenn es etwas lustig wirkt, wenn beim Auftritt der Grazien ständig soviel Wind weht, dass Haare und leichte Bekleidung nur so flattern.
Unterhaltsam sind vor allem die Kampfszenen, die allerdings recht unrealistische Duelle wie z.B. „Black Mask“ oder „Matrix“ bieten und sich nicht viel um Physik stören. Dafür sind sie Hongkong-typisch nett inszeniert und irgendwie trägt der Mangel an Realismus zur Trash-Atmosphäre bei. Auch die Benutzung von (mäßig animierten) Glassplittern, Geigen und Brillengläsern als Waffe passt dazu. Ebenfalls recht deutlich sind die Anleihen bei anderen Filmen, z.B. bildet die spektakuläre Abschlussprüfung im Käfig einen Mix aus „Battle Royal“ und Filmen wie „Gladiator Cop“.
Störend fallen einige geschmackliche Ausfälle auf und das sogar mehr als die eher schwache Story (vor allem die Sub-Plots um den Agenten im letzten Drittel sind eher Beiwerk als storyrelevant). Denn angetriebene Leichen 12jähriger Mädchen oder das Schlafraumgemetzel (jedes der Mädchen muss mit der Leiche einer anderen hinauskommen, sonst wird sie getötet) sind nicht jedermanns Sache. Wirklich übel ist jedoch die Szene, in der Madame M ihre drei Grazien nach bestandener Prüfung leicht betäubt und von drei Muskelbergen nach allen Regeln der Kunst durchvögeln lässt, nur um ihnen zu zeigen, dass ihre Körper nicht mehr ihnen gehören. Denn das Ganze wird zu locker und mit einem zweifelhaften Humor präsentiert.
Schauspielkunst wird bei „Naked Weapon“ sicher nicht groß geschrieben und so agieren die Darsteller auch nur routiniert. In erster Linie sollen vor allem die Nackedei-Waffen gut aussehen und zumindest Hauptdarstellerin Maggie Q erfüllt diesen Zweck.
„Naked Weapon“ ist recht unterhaltsamer Action-Trash ohne große Ansprüche oder viel Tiefgang.