Jetzt versuchen auch die Italiener auf der Erfolgswelle gelungener spanischer Thriller mitzuschwimmen. Das gelingt leider nicht. Ein lädierter und geistig offenbar verwirrter älterer Polizist wird zu einem Psychiater gebracht und erzählt die Geschichte seines Kriminalfalls: Mithilfe der Medien einen scheinbaren Kindesmörder zu entlarven. Dabei stellt sich die Frage, ob der vermeintliche Täter auch wirklich schuldig ist. Und es wird die Macht der Medien reflektiert. Die Geschichte ist gar nicht mal so schlecht, die Inszenierung leider recht schwach. Es gibt zwar schöne Kameraaufnahmen aus dem winterlichen Südtirol und man versucht sich an einer klassischen Hitchcock-artigen Inszenierung, von einem Genie wie z.b. des Spaniers Oriol Paulo ist man weit entfernt. Richtig ärgerlich sind die Darsteller. Toni Servillo wirkt steif wie der Bulle von Tölz, Greta Scacchi ist einfach nur peinlich. Besonders mies ist die Synchro. Jean Reno spielt den Psychiater und taucht nur am Anfang und Ende des Films auf, seine Rolle ist aber so klein, dass sie seine Präsenz auf dem Titelcover eigentlich nicht rechtfertigt. Am Ende gibt es eine gelungene Pointe, aber die kann den mässigen Thriller jetzt auch nicht mehr retten.