Review

Mit Troma habe ich bislang als Trashfan eigentlich nur gute Erfahrungen gemacht. Von der legendären "Toxic Avenger" Reihe, über die Teenieslasher-Parodie "Schrei Lauter!!!", bis hin zum von Troma vertriebenen Matt Stone & Trey Parker Film "Cannibal - The Musical" hat mich noch alles erstaunlich gut unterhalten. Was sich Lloyd Kaufman aber dabei gedacht hat, einen grottenschlechten Müll wie "Evil Clutch" unter seinem Namen zu vertreiben, will sich mir nicht so recht erschließen und ist wohl eine Frage, die nur er selbst beantworten kann. Der Italiener Andreas Marfori bewies hier zwar Horrorfilmkenntnis, brachte diese aber so zum Ausdruck, dass er fleißig bei anderen abschaute. Insbesondere Sam Raimi traf es da schwer, dessen Klassiker "Tanz der Teufel" an allen Ecken und Enden als Vorlage herhalten musste.

Alleine schon die Story von "Evil Clutch" ist keinen einzigen Penny Wert und wurde von den Verantwortlichen vermutlich innerhalb weniger Tage verfasst. Die Idee von dem verliebten Pärchen, dass nach Italien fährt, um dort etwas Urlaubsluft zu schnuppern und dann in den Wäldern mit dem Bösen konfrontiert wird, wirkt derart abgedroschen, dass es letzten Endes nur noch langweilt. Während sich die Geschichte immer weiter vorwärts bewegt, werden natürlich noch alle Klischees wiedergegeben, die das Horrorgenre zu bieten hat. Die seltsamen Dorfbewohner, die die Fremden warnen, die den Warnungen aber trotzen und so in ihr Verderben fahren kennt man so schon und muss man in der Form auch irgendwann nicht mehr sehen.

Ein allerdings noch gravierenderer Fehler ist der, dass Andreas Marfori seinen Streifen zu ernsthaft geraten ließ. Wenn ich an Troma denke, fallen mir spontan Trash-Vehikel à la "Cannibal - The Musical" ein und davon ist "Evil Clutch" sehr weit entfernt. Marfori versucht krampfhaft, so etwas wie eine unheilvolle Stimmung und sogar Spannung zu erzeugen, was jedoch zu keinem Zeitpunkt so richtig funktionieren will. Dafür ist der Gute einfach zu unbegnadet und verheizt Chance nach Chance. Lediglich die Kamerafahrten durch die Natur sind ein optischer Hingucker, wurden aber billig von "Tanz der Teufel" abgeschaut. Von einer eigenen Idee darf hier also nicht gesprochen werden, erst recht nicht in Hinsicht darauf, wie oft Marfori die Kamerafahrten während des Films anwendet.

Splattermäßig betrachtet hat "Evil Clutch" zwar schon etwas zu bieten, versagt dann aber wieder voll und ganz, wenn es um die Qualität der FX geht. Ein bisschen Gore-Gematsche da, ein 30-Sekunden Zoom auf einen blutspritzenden Kopf hier und fertig ist das "Splatterfeuerwerk", wie "Evil Clutch" in so manchem Review schon tituliert wurde. Dem kann ich allerdings nicht so ganz beipflichten. Denn selbst der blutrünstigste Splatterfanatiker hat keine Freude daran, wenn die Effekte dilettantisch hingerotzt wirken und das ist hier leider des öfteren der Fall. Lediglich zwei Sequenzen blieben mir in Erinnerung, die überraschend gut aussahen und das ist dann doch etwas wenig.

Die Schauspieler sind zwar allesamt kein Totalausfall, sprich, sie spielen besser, als es ein Film wie "Evil Clutch" eigentlich verdienen würde, aber einen Oscaranwärter findet man im Cast deshalb noch lange nicht. Neben Coralina Cataldi Tassoni als Cindy, die ihre Sache noch am pasabelsten macht, wirkt manch einer sogar fast schon lächerlich und deplatziert, doch alles in allem sollte man sich einfach in regelmäßigen Abständen selbst daran erinnern, dass man sich gerade ein billiges C-Movie ansieht, dann übersteht man die Schauspielerleistungen schon.

Was dem Film leider schlußendlich noch die Füße wegzieht, ist das fehlen jedweder Spannung. Trotz einer meist dunklen Location und vielen gar nicht mal so schlecht aussehenden Dämonen will einfach keine Atmosphäre aufkommen, die letzte halbe Stunde ist dann sogar übersäht von einer dicken Schicht Langeweile. Schade eigentlich, denn wenn man die meist miesen Effekte in den Vordergrund stellt, dann kann einfach nichts richtiges `draus werden.




Wäre nicht Troma auf diesen Film aufmerksam geworden und hätte ihn unter seine Fittiche genommen, dann wäre "Evil Clutch" vermutlich schnell in Vergesenheit geraten. Schade, dass dies nicht geschehen ist. Was wir hier haben wirkt wie eine miese und langweilige Billigkopie des Klassikers "Tanz der Teufel", die jedoch in keinster Weise funktioniert. Unspannend und uninteressant plätschert das Geschehen so vor sich hin, bis man plötzlich den Abspann erblickt und sich fragt, ob das denn schon alles war. Da können nicht einmal mehr die Effekte etwas retten, die zwar nicht immer schlecht aussehen, aber meist schon noch einer Überarbeitung bedarft hätten. Zugegeben, mir kamen in der letzten Zeit schon schlechtere Filme in den Player, doch irgendwo muss man einfach mal objektiv bleiben und so bleibt mir nur zu sagen, dass "Evil Clutch" der Inbegriff für einen durch und durch unnötigen Film ist.

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