Klar, wir alle sind doch Fans von Sam Raimis legendärem "Evil Dead". Der allergrößte Fan unter der Sonne scheint aber Regisseur Andreas Marfori zu sein, der hier mit "Evil Clutch" einen von Raimis Kultklassiker sichtlich inspirierten Horror-/Splatterstreifen hinzulegen versucht. Schade nur, dass man ihm dabei einen eindeutigen Griff in die Kloschüssel bescheinigen muss.
OK, es wäre vermessen, "Evil Clutch" aufgrund seines semi-professionellen Charakters mit den Qualitäten eines "Evil Dead" zu vergleichen. Aber auch losgelöst von jeglichen Vergleichen bleibt festzuhalten, dass Regisseur Marfori es weder versteht, einen Hauch von Spannung aufzubauen, noch in der Lage ist, ein kleines Quäntchen Gruselatmosphäre zu erzeugen. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass er sich - auch für semi-profesionelle Verhältnisse - sehr schwachen (und nebenbei bemerkt ziemlich unattraktiven !!!)Schauspielern bedient, die sich ständig an der Grenze zum "Overacting" bewegen. Die katastrophalen deutschen Synchronstimmen verpassen den Schauspielern zudem den Gnadenstoß.
Auch in formaler, visueller Hinsicht versagt "Evil Clutch" kläglich, denn Marfori bringt das Kunststück fertig, alle (von Evil Dead abgekupferten kameratechnischen Kniffe und Tricks) zu versauen. So verkommen die bei Raimi noch beängstigend wirkenden, legendären Kamerafahrten zu einer langatmigen und absolut unspektakulären Angelegenheit. Und schwenkt die Kamera einmal nicht im subjektivem Blickwinkel durch den Wald, sieht man unendlich lang ausgespielte Szenen von durch die Wälder wandernden und fahrenden Personen - gähn !"
Einziger Lichtblick sind die drei bis vier Splatter- und Makeupeffekte, die zwar alle recht einfach gemacht sind, dafür aber immerhin den Zuschauer kurz aus der Tiefschlafphase hochschrecken und ein kleines bisschen Splatterstimmung aufkommen lassen
Warum sich übrigens ausgerechnet Troma für die Veröffentlichung dieses Machwerkes begeistern konnte, weiß der Geier, denn der Film ist kein bisschen witzig, geschweige denn im Troma-üblichen Sinne skurill oder überdreht. Ein Wort noch zur deutschen DVD: Das Bild ist seht verwaschen und kontrastarm - also genauso mies wie der Film selbst.
Fazit: Langweiliger, ermüdender Horrormist mit einigen netten Effekten, den man einmal anschaut, um ihn dann in der Horrorfilmsammlung ganz nach hinten ins Regal zu stellen