Bei der Erstsichtung vor über 20 Jahren war ich sehr enttäuscht. Zu hohe Erwartungen und noch keine Ahnung von italienischen Filmen gehabt. Die Vergleiche mit Tanz der Teufel, waren für den Film nicht hilfreich. Bis auf die Kameraführung, gibt es nicht viele große Gemeinsamkeiten.
Nach so langer Zeit wusste ich nichts mehr von dem Film. Es war wie eine Neusichtung, aber diesmal mit niedrigen Erwartungen. Jetzt hat es bei mir geklappt. Der Film gefällt mir nun sogar. Als großer Italo-Fan, der so einiges in den letzten 25 Jahren gesehen hat, sehe ich die schwächeren Filme der Mitte 80er bis Anfang 90er, anders als früher. In der Zeit war das italienische Kino am Ende, und die schon zuvor billig produzierten Filme wurden noch günstiger produziert und hatten kaum oder keine Stars mehr zu bieten. Die Storys wurden immer merkwürdiger und einfallsloser. Auf Evil Clutch trifft alles zu, was zu der Zeit typisch war.
Die Story ist etwas merkwürdig, die Darsteller eher unbekannt und die Effekte sehr billig. Billige Effekte sind für mich aber nichts Negatives. Ich liebe auch die billigsten Italo-Effekte. Hier sind sie schön blutig, nur haben sie nicht die Qualität der früheren Italo-Filme, machen aber trotzdem Spaß.
Die Kameraführung und die Kulissen sind die Stärke des Films. Ein altes Dorf, eine Scheune, Ruinen und noch mehr. In Weitwinkelaufnahmen folgt die Kamera den Darstellern, manchmal auch schnell, und paar schöne Aufnahmen der tollen Kulissen werden ebenfalls geboten.
Die Dämonen kommen gefährlich rüber, und ihnen zu entkommen oder sie zu töten, ist nicht leicht. Für etwas Spannung ist damit gesorgt.
Besonders trashig ist der Film in der deutschen Synchro. Die ist sehr billig und bietet zwei bekannte Stimmen (männlich und weiblich), die man auch schon in anderen schlechten Synchros gehört hat, wie z.B. bei den Fulci Filmen wie House of Clocks. Bei meiner nächsten Sichtung versuche ich es mal auf Englisch oder Italienisch mit deutschen Untertiteln.
Viel wird nicht gesprochen und es kommen nur sehr wenige Darsteller vor. Die Story ist simpel und dient dazu, die tolle Kameraführung und die blutigen Effekte zu zeigen.
Wäre der Film in der besten Zeit des Italo-Kinos (70er) gedreht worden, hätte man aus der Story und den Effekten mehr rausgeholt, und er hätte einen viel höheren Status bei den Fans. So bleibt aber immer noch ein schöner kleiner Film, der zwar weniger bietet als ältere italienische Filme, aber immer noch ein paar Stärken hat, die man als Italo-Fan so liebt.
Fazit: Toll gefilmter Billig-Splatter mit schwacher Story, aber schönen Horror- und Effektszenen.