Gemessen an den beiden Vorgängerwerken „Das Moor der Wiederkehrer“ und „It’s a good day to die“ hat sich bei dem 3. Amateurfilm der Transcendental Pictures“ einiges getan. Zum ersten Mal versucht das Team 100 Minuten mit einer relativ eigenen Endzeitstory zu füllen, was jedoch nur zum Teil gelingt.
Die Menschheit ist nahezu ausgerottet, Vampire beherrschen die Erde, eine kleine Gruppe von Menschen kämpft um das Überleben. Wie es zu dieser Situation kommen konnte, wird zwar nicht erklärt, muss aber auch nicht sein. Es beginnt mit dem Geschwisterpaar Tarek (René Rausch, grüblerisch, ernst) und Yassa (Jana Bösche, verträumt, etwas nörglerisch), die nach einem Vampirüberfall aus ihrem Unterschlupf flüchten und auf eine kleine Gruppe Überlebender stoßen, die von Leu (Steffen A. Röhrs, selbstbewusst, misstrauisch) angeführt wird. Gemeinsam versuchen sie Mariska (Katrin Wierstorf), dem Oberhaupt eines Vampir-Clans, und dem intriganten Kamann (Timo Wussow), der von Mariska verstoßen wurde, zu trotzen.
Beide Vampire kommen gut rüber, wobei das Gothic-Outfit passend gewählt ist und die zerfallene Fabrik als Clan-Domizil Atmosphäre verbreitet. Die Dialoge sind zum Glück nicht mehr ganz so gekünstelt und grottig wie bei den Vorgängern, aber auch nicht gerade aufschlussreich.
Die Macher versuchen sich diesmal daran die Charaktere stärker auszufeilen, was leider manchmal so wirkt als wäre es wichtiger Zeit zu füllen anstatt Personen zu zeichnen. Die Szene in der Jana (die sich übrigens deutlich gegenüber „Das Moor der Wiederkehrer“ verbessert hat) am Bootssteg das rosa Kleid anzieht und von besseren Zeiten träumt ist zwar nicht schlecht, hängt aber ohne Bezug zum restlichen Verlauf in der Luft.
Für einen Film mit dem Titel „Dunkel“ hätte man mehr Nachtszenen erwartetet. Diese kommen nur sehr spärlich vor. Auch gibt es etliche Logikfehler, die sich nicht gerade positiv auf die Story auswirken:
Zwar haben das Geschwisterpaar zu Beginn noch keine anderen Menschen getroffen, verfügen aber über Weihwasser als Waffe gegen die Vampire. Da Weihwasser nun mal nicht auf Bäumen wächst, fragt man sich wer dieses Wasser geweiht haben soll. Von einem Priester oder einer Kirche sieht man während dem Film weit und breit nichts.
Vampire sterben zwar bei Tageslicht vor der Haustür, aber wenn sie im Tageslicht in der Fabrik herumlaufen passiert nichts. Hä?
Steffen wehrt sich ausschließlich mit einem Jagdgewehr gegen einen Vampirüberfall in der Siedlung, hat aber anschließend blutrote Hände, als hätte er in deren Eingeweide gewühlt. Außerdem erschießt Steffen am Anfang einen Vampir mit seinem Gewehr, wobei dessen Kopf vollkommen zerplatzt. Lieber Steffen, mit diesem Gewehr klappt so was sicherlich nicht.
René lockt sehr unglaubwürdig ein Vampir-Mädel ans Tageslicht, die auch prompt darauf stirbt. Ich dachte immer Vampire sind zwar mausetot, aber nicht strohdumm.
Tja und dann die Geschichte, in der Timo am Lagerfeuer als Vampir entlarvt wird. Steffen reicht eine Flasche mit Schnaps herum und der einzige, der nicht daraus trinkt ist Timo. Vampire vertragen keinen Alkohol ist die Aussage. Spätestens hier würde eine Vampirkarriere für mich nicht in Frage kommen. Ich denke ein Blick auf Timos Beißerchen hätte genügt um Klarheit zu erhalten.
Einige Schnitte hauen auch nicht so ganz hin. Dafür klappt es wieder mit der Musik von Lars Kelich, der auch die kleine Rolle des im Sterben liegenden Nathan spielt. Hier war ich eigentlich überrascht, dass nach seiner emotionalen Beerdigung, nicht eine nächtliche Vampirauferstehung seinerseits eingeplant wurde. Das hätte man, glaube ich, ganz gut in Szene setzen können.
Mein Fazit: Einiges ist professioneller geworden, aber Logik ist nicht gerade die Stärke des Teams. Durchschnittliche Splatterszenen, die nicht alleine stehen, sondern eingebettet sind ins Geschehen. Spannung kommt nur selten auf, vieles ist vorhersehbar und ohne Überraschungen. Das düstere Ende ist gelungen, die Darsteller geben sich redlich Mühe und haben sich gegenüber früher deutlich verbessert. Insgesamt scheint Potential vorhanden zu sein, das aber bei Weitem noch nicht ausgeschöpft ist.
Meine Wertung (für einen Amateurfilm): 5 von 10 Punkten.
P.S.:
Die Outtakes auf dem Tape (dessen dezentes Cover ich sehr geschmackvoll finde), dass mir vorliegt sind wirklich witzig und die komplette Mannschaft kommt wieder äußerst sympathisch rüber. Außerdem hat mir der Schwarz-Weiß-Kurzfilm „Das Haus“ gut gefallen, denn er verbreitet mehr Atmosphäre als die Wiederkehrer und Good day zusammen.