Review

Man muss kein Metalhead sein, um "Lords of Chaos" gut zu finden, so wenig wie man für den fiesen kleinen "Green Room" Hardcorefan sein muss.
Und so habe auch ich mit Todesmetall nix am Hut, der neue Film von Jonas Åkerlund, der den fabelhaften "Spun" geschaffen hat, hat mich aber ob seiner spektakulären true Story doch sehr interessiert.
Ich wurde nicht enttäuscht. Trotz kleinerer Verfremdungen (oder sind es Ungenauigkeiten? Glaube ich eher nicht, denn Åkerlund war nah dran an der Szene) schildert der Film die Geschichte rund um Mayhem und Burzum authentisch und mit Verve. Betrachtet man "Lords of Chaos" als Nicht-Fan der Bands und der Todesmetallszene, entsteht der Eindruck einer realistisch geschilderten Subkultur nebst Untergrund-Muckern, Groupies und einem typischen Szene-Plattenladen, ohne freilich in einen Dokufilm-Tonfall abzugleiten, der so partout alles richtig machen will. Ist immer noch Unterhaltung, Freunde, kein bewegter Wikipedia-Eintrag.
Alle Darsteller sind fantastisch, insbesondere Rory Culkin und Emory Cohen ("A Place Beyond the Pines", "To Kill a Man") in den Hauptrollen. Das gilt auch für den jungen Herrn Ochsenknecht, der seine kleinere Rolle überzeugend rüberbringt und im Abspann ohne international Zungenbrecher lediglich als Wilson Gonzalez geführt wird. Kameraarbeit und Regie verdienen sich ebenfalls Topnoten.
Wo es nötig ist, schreckt Jonas Åkerlund auch vor Härten, Ekelszenen und Nuditäten nicht zurück, sodass die 18-er FSK in Ordnung geht.
Rock on, Åkerlund, ich geb acht Pommesgabeln.

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