Im Kaff El Camino in Nevada ist Eric Norris auf der Suche nach jemandem. Was er findet, sind inkorrekte Cops, einen Säufer, eine alleinerziehende Mutter und einen Schnapsladen. Dort landet er irgendwann mit den anderen, verbarrikadiert und von der Polizei umstellt. Und so ist man auch als Zuschauer gestrandet mit diesen Gestalten zwischen den Regalen.
Wie auch das Skript, denn wirklich viel anzufangen weiß es nicht mit den in einer endlosen Reihe an Sequenzen eingeführten Abziehbildern. Lange kommt die Chose erzählerisch nicht vom Fleck, bemüht sich um einen Aufbau. Letzteres ist nicht verkehrt, aber es stellt sich nicht das Gefühl ein, als würde das zielgerichtet geschehen. Das Drehbuch wirft mit Fäden um sich, die dann irgendwo unter der Couch verschwinden, erzählerisch ist das Ganze zu oft inkonsistent. Und noch wenn der Abspann läuft, unterlegt von einer grausigen Version von „The Twelve Days of Christmas“, weiß nicht nicht so recht, was der Streifen nun von mir wollte.
Auch die auf den ersten Blick interessante Besetzungsliste rettet das Gezeigte bald nicht mehr davor, in einen Dämmerzustand zu verfallen und dem Treiben so semi-interessiert zu folgen. Nichts an dem von David Talbert inszenierten Mix aus Krimi, Western und (angeblich) Komödie ist originell oder zumindest spannend. Es schlabbert in bekannten Bahnen vor sich hin, zieht sein Szenario durch und entblödet sich am Ende nicht, per Montage den Verbleib der Figuren zu bebildern. Als ob es der Film zuvor auch nur ansatzweise erreicht hätte, dass man in diese emotional investiert wäre. Sehr selbstbewusst, unnötigerweise.
„You‘re mostly surrounded.“
Tim Allen, Jessica Alba, Kurtwood Smith, Vincent D‘Onofrio, Dax Shepard und Luke Grimes gehen zu einem Streamingdienst und holen sich einen Scheck ab. Nein, der Witz hat keine Pointe. Ist ja auch kein Witz.