Gerard Butler, der Name steht für was! Bei mir steht er für nicht eingelöste Versprechen und verpuffte Filme, die allesamt großes Potential hatten. In seiner Vita der harten Hund Filme mit Butler stechen für mich höchstens 300 und Rock'n'Rolla positiv hervor, der Rest ist eher in der Kategorie "habe ich auch schon mal besser gesehen". Und wie sieht es mit Den of Thieves aus?
Auf dem Papier haben wir einen extrem professionellen Gangster Clan, der von einem extrem guten Cop-Team gejagt wird, mit einem Spitzel (wirklich?) in den Reihen der Gangster. Auf knapp 2,5 Std. wird das Psychoduell der beiden Anführer und ihrer Gangs gegeneienander zelebriert und der Film hangelt sich von einem Höhepunkt zum Nächsten.
Im Grunde genommen haben wir es mit einer testosterongeschwängerten Fast-&-Furious-Variante gepaart mit den guten alten Jules Dassin Heist Klassikern und dem Alltime-Klassiker Heat vorliegen.Dabei haben wir mit dem Sohn von Ice Cube und dem Bruder von Liev Schreiber auch zwei wirklich begnadete Darsteller mit an Bord. Der Rapper 50c und demnächstige Bud-Spencer-Lookalike-Contest-Gewinner Gerard Butler stören auch nicht sonderlich das Geschehen. Also könnte man fast meinen, dass Mr Butler endlich wieder einen großen Fisch an der Angel hat?
MITNICHTEN!Auch wenn der Film zu keinem Zeitpunkt langweilig ist, und man nach 2,5 Std das Gefühl hatte, gerade 75 Minuten Film geschaut zu haben (ein gutes Zeichen!), so fällt der Film bei näherer (oder auch ferner) Betrachtung komplett in sich zusammen. Nichts, aber auch wirklich nichts ergibt wirklich Sinn, es gibt solche Logik Löcher, dass der Grand Canyon dagegen wie ein Nadelöhr wirkt, die Aktionen der Akteure sind nicht nachvollziehbar, es sei denn große haarige Eier ist eine grundlegende Motivationsgrundlage, denn das haben alle Beteiligte. Sicher, einige Plot Twists sind wirklich überraschend, aber immer wenn es darauf ankommt versagt der Film, seine Handlung zu rechtfertigen. Und auch der Zusammenstoss am Ende, so spannend er auch inszeniert ist, so überflüssig ist er komplett, wenn man die Handlung nachverfolgt.
Außerdem werden im Laufe des Filmes Aktionen und Tatsachen angeteasert, die einfach unter den Teppich gelassen werden.Das hört sich möglicherweise schlechter an als der Film tatsächlich ist. Alles in allem ist der Film aber in der heutigen Zeit eine schöne Abwechslung, man ärgert sich nicht, ihn gesehen zu haben, hat einen schönen Twist am Ende, die Zeit vergeht im Flug, er hat wirklich ein paar gute Darsteller, die künftig hoffentlich größere Rollen bekommen, aber er verliert jeglichen Vergleich, den er sich aufbürdet kolossal: Weder gegen Heat noch gegen den 50-60 Jahre alten Topkapi sieht er irgendwie Land.
Im Grunde genommen vielleicht sogar 6 Punkte, aber im Moment überwiegen bei mir die Frustpunkte ob der vergebenen Chancen.5 Punkte, sowie die Gewissheit dass mich Gerard Butler sicherlich noch mit der einen oder anderen Niete beglücken wird.