kurz angerissen*
Vieles deutet darauf hin, dass "Criminal Squad" zu den ganz großen Nummern in Sachen Heist Movie gehören möchte und dementsprechend nur die Besten der Besten zur Messlatte erklärt hat. Hauptdarsteller Gerard Butler ist beispielsweise so motiviert bei der Sache wie lange nicht, seine Figur könnte mit all ihren merkwürdigen Ticks und Anwandlungen in dieser Form beinahe unter Scorsese entstanden sein. Doch genau wie bei den Großen wird der Versuchung widerstanden, diesen auffälligen Charakter in den Mittelpunkt zu stellen und den Geltungsbereich der Geschichte somit durch den persönlichen Radius einer einzelnen Figur unnötig einzuschränken. Das Drehbuch erkauft sich diese Unabhängigkeit mit einem weit ausholenden Erzählbogen, der Verbrecher wie Polizisten gleichermaßen charakterisiert, der eine große Stadt mit der Intimität einer persönlichen Abrechnung zwischen zwei Antipolen konterkariert. Gerade hierher rühren die exzessiven Vergleiche mit "Heat", um die man wahrlich nicht herumkommt; insbesondere, wenn erst einmal die Schussgefechte auf offener Straße einsetzen, mit denen auch noch die höchsten Standards des Action- und Thriller-Kinos gehalten werden sollen.
Schaut man genauer hin, erkennt man natürlich, dass sich das Skript wie fließendes Wasser bequem in den Gräben ausbreitet, die von den Klassikern erschaffen wurden. Das ist je nach Sichtweise als elegant zu bezeichnen oder als faul; in jedem Fall fällt auf, dass die dicke Hose bloß aufgebauscht ist, so imposant sie auch an den Beinen steht. Im Endeffekt fällt das auf die Schauspieler zurück, die plötzlich gefühlt nur noch Klischees abarbeiten. Es betrifft dann irgendwann auch die Shootout-Choreografien und am Ende die Anatomie des Coups samt Vorbereitung, der mit überraschenden Manövern durchaus Spannung und somit auch Unterhaltung generiert, den man in dieser Form aber nicht zum ersten Mal zu Gesicht bekommt - und auch nicht in der besten Fassung.
Anders jedoch als andere Filme, die größer gedacht sind als gemacht, behält dieser halbwegs seine Form. "Think Big" gilt hier für jede Kategorie, und zwar bis in die letzte Einstellung hinein. Der Größenwahn spiegelt sich also praktisch in allen Bestandteilen. In der Gesamtheit wirkt das so überzeugend, dass man beinahe meinen könnte, "Criminal Squad" sei tatsächlich ein großer Film. Unter dem Strich reflektiert er seine Vorbilder jedoch nur in einem Zerrspiegel.
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