Review

Ganz in Tradition von Filmen wie „Jagd auf Roter Oktober“ oder „Crimson Tide“ wird der Kalte Krieg solange wieder aufgewärmt, bis der Eiserne Vorhang fällt. Scheinbar ist die Retrowelle nun auch beim Kriegsabenteuer angekommen, in der Unterseeboote fast zwangsläufig untergehen.

Im Arktischen Ozean wird ein amerikanisches U-Boot torpediert. Sogleich wird ein „Hunter Killer“ unter der Leitung von Kapitän Glass (Gerard Butler) entsandt, um die Lage einzuordnen. Kurz darauf gerät der russische Präsident zwischen die Fronten, denn ein Staatsstreich scheint im vollen Gange…

Man kann mit Unterseebooten nicht mehr machen als Petersen nicht bereits im annähernd gleichnamigen Epos von 1981 veranschaulichte. Mal abgesehen vom Lagerkoller, weil das Unterfangen hier nicht allzu lange dauert, geschieht alles, was in prekären Situationen passieren kann: Einschläge, Wassereinbruch, murrende Untergebene und ein Feind an Bord, von dem man nie weiß, ob man ihm trauen kann.

Immerhin ist das von Regisseur Donovan Marsh recht stramm inszeniert und wird mit einer zweiten Handlungsebene an Land angereichert, wo sich gerade einmal vier Typen auf ein Himmelfahrtskommando begeben, um ihren Maschinenpistolensenf beizufügen. Erstaunlicherweise weisen diverse Ballereien deutlich mehr Drive aus, es gibt einen nicht unerheblichen Bodycount mit vielen blutigen Einschüssen und eine Kamera, die in freier Wildbahn deutlich variabler arbeitet als unter Deck.

Hier muss Butler seinen markanten Kopf hinhalten, doch handelt seine Figur kurz vorm Dritten Weltkrieg mit dermaßen stahlharten Nerven, dass er kaum mehr als Sympathieträger durchgeht. Immerhin findet er ab und an ein paar nette Worte an die Crew, während die Gegenspieler reichlich blass bleiben. Es sei denn, man zählt Gary Oldman als ranghohen US-Politiker dazu, der in völlig angepisster Manier sämtliche taktische Vorgehen bemäkelt.
In einer seiner letzten Rollen ist der Schwede Michael Nyqvist zu sehen, der trotz weniger Gesichtsausdrücke eine ordentliche Präsenz einbringt und das Treiben unter Wasser ein wenig aufwertet.

Die insgesamt recht dünne Story gerät zwar partiell spannend, doch so richtig mitreißend gestaltet sich der Stoff um die patriotischen Vorgehensweisen, die zuletzt immer unglaubwürdiger ausfallen nicht. Handwerklich okay, mit zumeist passablen Effekten ausgestattet, kommt die Action insgesamt ein wenig zu kurz, wobei Greenscreen deutlich enttarnt wird, einige Explosionen indes ordentlich getrickst sind.
Zum Abtauchen von 122 eher anspruchslosen Minuten okay, ein Blockbuster-Feeling kommt jedoch nicht auf.
Knapp
6 von 10

Details
Ähnliche Filme