Wir schreiben das Jahr 2563. Die Erde ist nach einem verheerenden Krieg – dem sogenannten „Fall“ – verwüstet. Über den Ruinen der Welt schwebt Zalem, die letzte fliegende Himmelsstadt, während sich darunter in Iron City das einfache Volk durchschlägt. Dort entdeckt der sympathische Cyber-Arzt Dr. Dyson Ido (Christoph Waltz) im Schrott eine beschädigte, aber funktionierende weibliche Cyborg-Kriegerin. Er setzt sie wieder zusammen und gibt ihr den Namen Alita.
Alita (gespielt von Rosa Salazar via Motion-Capture) erwacht ohne Erinnerung, doch bald wird klar: In ihr steckt weit mehr, als ihr kindlich-naives Äußeres vermuten lässt. Ihre Reflexe, ihre Kraft, ihre Fähigkeiten – all das deutet auf eine vergessene Vergangenheit als Kämpferin hin. Während sie sich an ihr neues Leben gewöhnt, Gefühle für den Straßenjungen Hugo entwickelt und sich dem brutalen Sport Motorball zuwendet, rücken ihre Erinnerungen – und Feinde – immer näher.
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Visuell beeindruckend & emotional überraschend
Was bei Alita: Battle Angel sofort ins Auge fällt: Die Optik. Der Film ist ein audiovisuelles Feuerwerk. Von der lebendigen Cyberpunk-Kulisse über die Motorball-Arenen bis hin zu Alitas Gesicht, das fast fotorealistisch per CGI animiert wurde – jede Szene ist ein Kunstwerk. Und ja: Alitas große Kulleraugen sind nicht nur hübsch, sie transportieren Emotionen auf eine Weise, die man selten in einem CGI-Charakter sieht. Süß, stark, verletzlich, mutig – sie ist das Herz des Films.
Die Action ist grandios choreografiert: flüssig, intensiv, kompromisslos, aber nie unübersichtlich. Besonders in den Kämpfen gegen Cyborg-Gegner wie Grewishka oder bei den Motorball-Turnieren zeigt der Film, was technisch möglich ist. Und dazwischen gibt’s sogar noch Raum für ein bisschen Herzschmerz, Identitätssuche und Gesellschaftskritik – Cyberpunk mit Seele.
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Darstellerisch solide – mit Highlights
Rosa Salazar bringt mit ihrer Performance-Capture-Darstellung eine ungewöhnliche Mischung aus Unschuld und Kampfeslust in die Figur der Alita. Christoph Waltz als Ido liefert solide ab, wirkt aber fast zu nett für das düstere Setting. In Nebenrollen glänzen unter anderem Mahershala Ali als undurchsichtiger Vector und Jennifer Connelly als geheimnisvolle Chiren.
Die Liebesgeschichte zwischen Alita und Hugo funktioniert überraschend gut – sie ist einfach genug, um nicht zu stören, aber emotional genug, um zu berühren.
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Hintergrundinfos
Alita: Battle Angel basiert auf dem Manga „Gunnm“ (Battle Angel Alita) von Yukito Kishiro.
James Cameron hatte über 20 Jahre lang geplant, den Film zu drehen, entschied sich dann aber für „Avatar“, übergab das Projekt an Robert Rodriguez – der daraus Camerons Vision mit handwerklichem Feingefühl umsetzte.
Die Produktion war teuer: Mit rund 170 Millionen Dollar Budget war Alita ein echtes Blockbuster-Projekt.
Trotz sehr guter Zuschauerreaktionen blieb der Film kommerziell unter den Erwartungen – auch weil er direkt vor Captain Marvel veröffentlicht wurde und kaum Werbeunterstützung erhielt.
Fans weltweit kämpfen seither für eine Fortsetzung, unter dem Hashtag #AlitaSequel oder #AlitaArmy.
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Fazit
Unterschätzte Sci-Fi-Perle
Alita: Battle Angel ist kein perfekter Film, aber ein visuell wie emotional beeindruckendes Erlebnis. Er verbindet atemberaubende Cyberpunk-Optik, sympathische Figuren, mitreißende Action und eine unerwartet herzliche Geschichte. Und das alles in einem Setting, das nach viel mehr schreit.
Die größte Schwäche? Der Film ist nur der Anfang einer Geschichte. Viele Fragen bleiben offen, viele Konflikte ungelöst – besonders was Zalem und Alitas Herkunft angeht. Umso größer die Hoffnung auf einen zweiten Teil, der all das fortführt oder abschließt. Alita hätte es verdient.
Schon allein für Alitas süßes Gesicht und die aufwendig umgesetzte Welt muss man den Film mögen.
Eine Science-Fiction-Romanze mit Cyberfäusten.