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Zähanderthaler


Der Hund - des Menschen bester Freund. Doch wie kam es eigentlich dazu? Was waren die steinzeitlichen Anfänge dieser Verbindung und Freundschaft? „Alpha“ wirft eine interessante Theorie und Geschichte in den Raum, die diese Connection und Entwicklung zwischen Jäger und Wolf, zwischen Mensch und Tier, zwischen zwei Rudellebewesen näher beleuchtet... Wir folgen zwanzigtausend Jahre vor unserer Zeit einem Stamm früher Menschen durch ein winterliches Mitteleuropa - und wie der junge, unsichere Sohn des Stammesführers durch ein Unglück fast ums Leben kommt und dann auf sich allein gestellt ist. Fast. Denn ein ihm anfangs feindlich gesinnter Wolfshund wird überraschenderweise zu seinem Begleiter, Beschützer und Freund...

„Alpha“, von „Menace II Society“-Regisseur Albert Hughes, ist ein Abenteuerfilm der alten, klassischen Schule. Ein imposanter Score, ebenso riesige Bilder der unbewohnten Weiten einer wilden Welt, dazu eine raue Umgebung und fremde, urzeitliche Sprache (unbedingt im O-Ton mit Untertiteln gucken!). Aber auch überraschend viel Weisheit, Einfachheit und Emotionen. Meistens wird mit einem echten Hund gearbeitet, was Pluspunkte gibt, selbst wenn dafür manchmal die Umgebungen und Lichtsetzungen artifiziell wirken können. Doch im Großen und Ganzen fühlt man die Steine und Berge, die Kälte und Gefahren, das Eis und die Feindlichkeit der Natur, die Entwicklung unseres Protagonisten und vor allem auch das Zusammenwachsen der beiden Lebewesen, die immer mehr merken, wieviel Gemeinsamkeiten es gibt und wieviel man voneinander lernen kann. „Alpha“ hat einen sehr vorgezeichneten, vorhersehbaren Weg vor sich, man hat in dieser Beziehung schon noch wesentlich intensivere, härtere Werke gesehen (Mel Gibsons „Apocalypto“ fällt mir da spontan ein), doch im Grunde packt diese Heldenreise genug Spaß, Spannung und speziesübergreifende Gefühle in sein lobenswertes Gesamtpaket. Eigentlich würde ich sagen, der perfekte Stream für den Sonntagnachmittag und die ganze Familie. Aber die massiven Bilder helfen fast schon zu einem milden Kinotipp. Erst recht, weil man die wenigen Steinzeit- und Survivalfilme an einer Hand abzählen kann. 

Fazit: beeindruckend gefilmter Abenteuerfilm zwischen „Togo“ und „10.000 B.C.“ - nur emotionaler, wesentlich mitreißender und besser als Letzterer. Nichts Weltbewegendes, aber vor allem auf Leinwand eine echte Genugtuung, Wohltat und Überraschung! Und eine Ode an die Beginne unseres „besten Freundes“.

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