Wenn ein Seitensprung oder ein Techtelmechtel zur Bedrohung wird, - bereits zigfach gesehen in Filmen wie „Eine verhängnisvolle Affäre“ oder „Fear - Wenn Liebe Angst macht“.
Positive Überraschungen sind diesbezüglich also gern gesehen, zumal auf dem Cover „knisternder Erotikthriller“ zu lesen ist. Doch das einzig knisternde ist, sofern zur Hand, eine Chipstüte.
Laura (Sarah Butler) könnte eigentlich zufrieden sein. Sie hat einen siebenjährigen Sohn, ist mit einem erfolgreichen Geschäftsmann verheiratet und leidet nicht gerade am Hungertuch.
Als sie über Umwege den Handwerker Elliot (Marcus Rosner) trifft, der ihre Küche renovieren soll, lässt sie sich auf eine Affäre ein, die sie kurz darauf bereut. Doch so einfach lässt sich Elliot nicht loswerden…
Mal abgesehen von der Exposition finden sich innerhalb der ersten zwanzig Minuten so viele Klischees, dass es für ein halbes Dutzend Genreverwandte reichen würde. Die vernachlässigte Ehefrau, der Handwerker mit freiem Oberkörper, die forsche Nachbarin, Mutterkomplex und nicht zuletzt der manipulierbare Sohn. Stereotype Figuren mit stereotypen Eigenschaften. Darüber hinaus kommt der TV-Film eher wie eine billige Seifenoper rüber, was die miese Synchro mit einigen grenzdebilen Dialogen natürlich noch verstärkt.
Der kanadische Regisseur David Winning versucht erst gar nicht, Innovationen oder überraschende Wendungen einzustreuen, die meisten Begebenheiten kündigen sich weit im Vorfeld an. Oder sie fallen absolut irrational aus, wie eine Internetrecherche, nachdem man sich bereits zweimal vom Typen dönern ließ. Andere Nebenhandlungsstränge wie eine verschwundene Person verlaufen im Nichts, während der Score latent unheilsschwanger klingt, was er sich bis zum Finale nicht nehmen lässt.
Entsprechend wirft der Showdown noch einmal alle Schwächen des Drehbuchs zusammen, wonach er folgerichtig kaum spannend und weitgehend vorhersehbar abläuft und lediglich ein wenig an der Temposchraube dreht. Und was die Erotik betrifft: Es gibt weder entblößte Tatsachen, noch eine raffinierte Kamera und erst recht keine Hingabe seitens der Mimen, denn die bleiben so austauschbar und lustlos wie der komplette Streifen.
3,5 von 10