Review
von Leimbacher-Mario
Der polnische Traum
"The Polka King" ist eine der bizarrsten und zwiegespaltetesten Oden an den American Dream. Ein Jack Black-Feuerwerk, das beweist, dass Kriminelle nicht immer böse Menschen sein müssen. Ein kruder Mix aus "Wolf of Wall Street", einem Wes Anderson-Film und "School of Rock" - in der Polka-Edition. Es geht um den wahren Aufstieg und Fall eines Hochstaplers und (selbsternannten) Polka-Königs, der sich mit einem völlig aus dem Ruder gelaufenen Schneeballsystem durch die "Investitionen" alter Leute ein kleines Polka-Imperium aufbaut...
Jack Black ist ein Motor, der jedem Film gut tut. Doch hier hievt er eine ordentliche Komödie im Alleingang ein ganzes Stück höher. Mit seiner ansteckenden Art, genialen Musikalität und euphorischen Mentalität passt er ideal in die Rolle und spielt sie überlebensgroß. Vom Akzent über die Tanzmoves bis zum Herz am richtigen Fleck - selten war man mehr auf der Seite eines Verbrechers. Seine Machenschaften waren nicht korrekt und alles andere als Kavaliersdelikte, seine Ziele waren oft genug egoistisch, doch insgesamt kommt er rüber wie einer der Guten. Und das ohne übel aufzustoßen. Zumindest bei mir. Fast verschwindet Black in seiner speziellen Rolle, fast versteht man diesen ehrgeizigen polnischen Einwanderer, fast bekommt man Lust auf Polka - das sind Errungenschaften, mit denen vorher nicht unbedingt zu rechnen war und die man erstmal derart unterhaltsam und charmant entwickeln muss.
Fazit: Jack Black ist mehr als faszinierend als betrügender aber seltsam liebenswerter und fleißiger Polka-König Pennsylvanias. Selten war ein bewusst Krimineller derart sympathisch und erfüllt mit guten Absichten. Das muss man nicht mögen und wie weit es der Wahrheit entspricht, sei dahingestellt, doch diese kleine schrullige Komödie hat Herz, Humor und Hirn. Und jede Menge Polka. Schrullige Nebenfiguren gibt es als Glasur obendrauf. Besser hätte man es sich mal wieder nicht ausdenken können...