Mal abgesehen vom „Death Wish“ - Remake wird man wohl bis zum Sankt Nimmerleinstag auf eine Fortsetzung der „Stirb Langsam“ - Reihe warten müssen, um Bruce Willis tatsächlich mal wieder in einer Hauptrolle erleben zu können. Denn aus reinen Marketinggründen prangte sein Antlitz im Fokus diverser Cover, um letztlich Gastauftritte von teilweise nur wenigen Szenen zu absolvieren. Immerhin darf er in „Acts of Violence“ mal wieder einen Cop mimen.
Nachdem Mia (Melissa Bolona) im Zuge ihrer Verlobung bei einem Mädelsabend Ärger mit zwei Drogentypen hat, wird sie gekidnappt. Das ruft ihren Verlobten Roman (Ashton Holmes), sowie seine beiden älteren Brüder Deklan (Cole Hauser) und Brandon (Shawn Ashmore) auf den Plan, die einen Krieg mit dem Menschenhändlerring um Max (Mike Epps) anzetteln…
Bereits die Exposition verdeutlicht, dass es um Familienzusammenhalt geht, als Kids in eine Prügelei geraten, bis ihnen zwei ältere Brüder zu Hilfe eilen. Diese Familienbande ist Jahre später ungebrochen, obgleich Deklan vom Einsatz im Irak traumatisiert ist und mit dem Rachefeldzug ein entsprechendes Ventil erhält, um seiner angestauten Wut freien Lauf zu lassen. Wobei er und seine Brüder keineswegs kopflos vorgehen, sondern überraschend gut organisiert sind, sogleich Adressen ihrer Gegner aufspüren und jeden erschießen, um anschließend herauszufinden, dass es die Bösen erwischt hat.
Regisseur Brett Donowho betreibt reine Schwarzweißmalerei und bedient sich zahlreicher Genreklischees. Um die Beweggründe der Selbstjustiz zu verstärken, strecken die Gauner ihre Drogen und nehmen einige Kollateralschäden in Kauf, exekutieren unfähige Schergen sofort und gabeln Opfer in Not vor Frauenhäusern auf, - also mehrere Gründe mal reinen Tisch zu machen, zumal dem ermittelndem Cop (Willis) die Hände gebunden sind, weil Verbindungen des Oberbösen natürlich bis in höchste Kreise reichen.
Einige der erzähltechnischen Mankos vermag der flott vorgetragene Stoff recht gut zu kaschieren, denn es ist viel Bewegung im Spiel, bei Ballereien wird einiges an Inventar zerlegt und auch die treffend besetzten Mimen liefern ordentlich ab. Allen voran Cole Hauser, der als Kriegsveteran viel Präsenz einbringt, aber auch Willis liefert vergleichsweise mehr Einsatz als bei einigen seiner letzten Auftritte. Bei den Nebenfiguren bleibt indes die Performance von Sean Brosnan (Sohn von Pierce) in Erinnerung, der als Scherge angemessen fies daherkommt.
Somit liefert der Actioner dem Titel gemäß nicht wirklich etwas Markantes, er bedient jedoch das Old-School-Metier, indem er ohne CGI auskommt, nie zu hektisch geschnittenen Szenen neigt und auf einen halbwegs melodiösen Score setzt, anstatt nur seelenlose Beats abzuspulen.
Hinzu gesellen sich fähige Mimen und eine teils so hanebüchen konstruierte Geschichte, dass es einem schlichten Gemüt die Freudentränen in die Augen treibt.
6,5 von 10