Review
von Leimbacher-Mario
Puschelschwanz & Freudentanz
Als „Hasendaddy“ wundert es mich, warum ich „Peter Rabbit“ erst jetzt sehe. Erst recht bei dem weltweiten Erfolg, der der Sony-Hit zweifellos war, wodurch nun schon eine Fortsetzung in den Startlöchern steht. Ist auch egal, gute Filme werden ja nicht alt. Doch ist „Peter Hase“ das? Und kann er vielleicht sogar mit seiner legendären literarischen Vorlage mithalten? Der Film erzählt jedenfalls die Geschichte von dem mutigen, etwas egoistischen Waisenhasen Peter und seiner kleinen Familie (drei Schwestern und ein Cousin), von deren menschlicher Lieblingsnachbarin und einem neuen, gemeinen Nachbarn, der mit dieser anbandelt, was Peter gar nicht gefällt, wodurch ein Kleinkrieg um Gemüse, Zuneigung und Platz entbrennt...
Das Wichtigste zuerst: „Peter Rabbit“ funktioniert. Umso mehr Kinder und Kaninchenfans dabei sind, desto besser. Die Häschen sind famos, nahezu fotorealistisch und zuckersüß animiert, der Film verliert nie an Tempo, Schwung und Charme, Byrne und Gleeson überleben selbst in solchen, eher undankbaren und comichaft überzogenen Rollen. Selbst wenn sie null Liebeschemie besitzen. Doch das ist Nebensache. „Peter Rabbit“ kann zwischendurch etwas über die eigen Stummelbeinchen stolpern und hyperventilieren, ob es wirklich eine gute Wahl war, Peter im Deutschen von „Stromberg“ sprechen zu lassen, sei dahingestellt, und im Grunde ist der Film von hinten bis vorne sofort ausrechenbar, sehr safe aufgestellt und ohne wirklichen Mut, echte Kanten oder schöne Überraschungen. Doch das muss bei einem solchen runden Familienfilm ja auch nicht sein. Ein „Christopher Robin“ oder „Paddington“ ist diese fluffige Hasenparade nicht - gut unterhalten wird man dennoch.
Fazit: süß, überdreht, für Hasenfans ein Muss. „Peter Rabbit“ ist ein leichtes, seichtes Familienfest voller knuddelig-frecher Kaninchen. Und eine sehr solide Umsetzung des klassischen Kinderbuches.