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Arthur (Josef Hader) fliegt nach Amsterdam, um sich legal in den Tod spritzen zu lassen. Eigentlich will er im Hotel nur schlafen, damit er fit ist für's Sterben, schließlich ist's Sterben das letzte, was er im Leben tun wird & das will er nicht auch noch vermasseln. Genervt von der lauten Musik im Nebenzimmer trifft er Claire (Hannah Hoekstra), die sich gerade mit einer Jahrespackung Schlafmittel umbringen will. Diese Begegnung & die folgende ereignisreiche Nacht wird beide verändern.

So deprimierend & hoffnungslos dieser Film über zwei Lebensmüde, eine alte blöde Sau (wie Arthur sich selbst einmal nennt) & eine verzweifelte junge Frau, beginnt, so lebensbejahend & optimistisch endet er. Josef Hader brilliert einmal mehr in seiner Paraderolle als liebenswerter Grantler mit Herz, egoistisch, zynisch & doch mit genug Menschlichkeit, um ihn nicht unausstehlich zu machen. Ich habe ihn ja schon ins Herz geschlossen, als er den kleinen frechen Rotzlöffel im Flieger mit einer wenig zimperlichen Geschichte zum Anschnallen bringt.

Die mir bislang unbekannte Holländerin an seiner Seite spielt aber ebenfalls groß auf & verleiht ihrem Schmerz glaubhaft Ausdruck. Warum die beiden sterben wollen, kommt erst im Laufe des Films heraus, beim einen früher, bei der anderen später. Eine fast perfekt ausbalancierte Tragikomödie, zum Lachen & zum Heulen, mit vielen berührenden Momenten & voller Wehmut. Großartig.

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