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Der alleinerziehende Witwer Kim Man-seob ist Taxifahrer in Seoul im Jahr 1980. Seine Hauptsorgen sind irgendwie seine Rechnung zu zahlen und seine Tochter zu erziehen. Politik interessiert ihn nicht.

Da er mit der Miete im Rückstand ist, schnappt er ohne nachzudenken einem Kollegen einen Job weg, bei dem er den deutschen Journalisten Jürgen Hinzpeter nach Gwangju fahren muss - ohne zu ahnen, dass dort Aufstände gegen das Regime herrschen und er Zeuge des Gwangju-Massakers werden wird.

Der Film erzählt die wahre Geschichte des NDR Reporters Hinzpeter, der damals Aufnahmen der gewalttätigen Niederschlagung der Aufstände in Gwangju und damit die internationale Öffentlichkeit auf die Zustände in Südkorea aufmerksam machte. Unter großer Gefahr entstand das Material und unter ebenso großen Widrigkeiten musste er sie außer Landes bringen.

Der Taxifahrer, der ihm half, ist bis heute unbekannt, von daher ist die Darstellung von ihm im Film fiktiv. Aber sein Wandel vom nur am Geld interessierten Drückeberger zu jemandem, der die Probleme im Land erkennt und seinen Teil zur Lösung beiträgt ist sehr gut geschrieben, passt zum Film und zeigt, wie wichtig politisches Interesse sein kann.

Ansonsten besticht der Film mit einem äußerst gelungenen Genre-Mix: Das auf persönliche, wie auch historischer Ebene bewegende und teils erschütternde Drama hat nebenher auch Thriller-Elemente, die enorme Spannung aufbauen, und zwischendurch sogar Zeit immer wieder einen Hauch Komik einzubauen. So lernt man nicht nur etwas mehr über die Geschichte Südkoreas, man wird auch auf mehreren Ebenen gut unterhalten, während unsere beiden ungleichen Protagonisten sich Stück für Stück mehr anfreunden. Dass Song und Kretschmann ihre Rollen wirklich gut verkörpern hilft dabei ungemein.

Kurzum:

Spannender, erschütternder und bewegender Trip in eine schwierige Zeit in Südkorea. Ein Film, der wichtige Ereignisse ins Gedächtnis ruft und dabei mit seiner Genremixtur fesselt.

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