Drei Millionen Dollar - gestohlen aus einem Geldtransporter der Bundeskasse der Vereinigten Staaten. Und das Beste daran: Die Bundeskasse weiß nicht einmal, dass das Geld fehlt, denn einer der Mitarbeiter ist an einem genialen Coup beteiligt: Der Geldtransporter enthält genau drei Millionen Dollar mehr als offiziell ausgewiesen wurde. Doch bei dem brutalen Raubüberfall läuft etwas schief - ein Undercover Cop wird kaltblütig erschossen. Einer der Verbrecher landet im Knast. Und zwar genau der, der als einziger weiß, wo die Beute versteckt ist. Nach seiner Entlassung bekommt er Besuch von seinen Kumpels. Doch offensichtlich gibt es noch andere, die von der blutigen Beute wissen.
Viele gute Filme hat B-Actionstar Frank Zagarino ja nicht vorzuweisen, bestenfalls bekannt durch druchwachsene Mehrteiler wie die Shadowchaser oder Airboss Reihe. Hier hat er mal die Chance als Produzent sein eigenes Ding durchzuziehen, mal schauen ob er hier seine wahre Kunst zeigen kann.
Ums vorweg zu nehmen, nö, ist der gleiche preiswert produzierte B-Action Krams ohne gesteigerte Bedeutung und hier noch mit dem Handicap einer häßlichen Halbbartpracht.
Die Story dabei ist reichlich konfus, es geht schon recht zähflüssig los, irgendwelche Fragmente von Zeugenschutzprogramm, einem Satz Gangster die frisch aus dem Knast gekommen sind, eine als Nutte verkleidete Polizistin und deren seltsame und unerklärliche Partnerschaft mit Ryan. Sinn ergibt das alles nicht wirklich, ist aber nur der Auftakt zu einer ganzen Serie Twists und Identitätenwechsel. Denn Ryan wechselt alle paar Minuten seine Herkunft und seinen Namen, unterlegt mit seltsamen Flashbacks auf einen Geldtransporterüberfall.
Das Ganze sollte wohl ein raffiniertes, twistorientiertes Verwirrspiel ergeben, allerdings fanden weder Regisseur Gerry Lively noch dessen DOP einen wirklichen Bezug, um den Brei schmackhaft zu machen. Alles wirkt wieder chronisch unterfinanziert und wenn dann wirklich mal Autoaction oder gut aussehende Explosionen gezeigt werden, hab ich arge Zweifel, das diese Szenen wirklich für diesen Film gedreht wurden. Man achte vor allem mal auf Zagarinos Stuntfahrer, der mehr als deutlich dunkelhaarig ist, was dann schon wieder irgendwie lustig ist, wenn sowas unkorrigiert durch die Post Production geht.
Auch in Sachen Kämpfe und gepflegte Schußwechsel tut sich hier nicht viel. Alles wirkt wenig dynamisch und kaum choreographiert. Ab und an blitzt zwischen Ryan und und Polizistin auf und die notgeile Gangsterchefin hat kurz nachdem sie angeschossen wurde mit "nein, nicht noch ein Loch" einen Brüller auf ihrer Seite, aber insgesamt vergeht die Laufzeit doch recht zähflüssig. Die Darsteller sind auch nicht dolle und das was Martin Kove und James Russo machen grenz schon fast an Arbeitsverweigerung. Shattered Lies braucht im Grunde kein Mensch, man sticht sich zwar nicht danach die Augen aus, aber in dem Genre tummeln sich hunderte sehenwerterer Vertreter.
3/10