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Wer aufgrund von Urlaub oder Krankheit über einen längeren Zeitraum nicht in den eigenen vier Wänden weilen kann und weder Freunde noch Familie hat, muss zur Not auf einen Haussitter zurückgreifen, die mittlerweile von halbwegs seriösen Agenturen vermittelt werden. Dennoch wähnt man die Privatsphäre angekratzt, was beim „Open House“ noch ein wenig extremer ist, denn frei übersetzt bedeutet das „Tag der offenen Tür“.

Nach dem Unfalltod ihres Mannes, sieht sich Naomi (Piercey Dalton) aus finanziellen Gründen gezwungen, mit ihrem Sohn Logan (Dylan Minnette) das Haus vorübergehend zu räumen. Die beiden kommen im großzügigen Ferienhaus ihrer Schwester unter, welches zum Verkauf steht und zwecks Besichtigungen einmal pro Woche geräumt werden muss.
Kurz darauf stellt Logan Veränderungen fest, die nicht auf Besuchergruppen zurückzuführen sind…

Offenbar dachten sich die Autoren und Regisseure Matt Angel und Suzanne Coote, dass der kollektive Schmerz durch den Verlust des Familienvaters ausreicht, um Sympathie für die Hauptfiguren zu schüren. Da sich beide jedoch relativ pissig verhalten und auch mal gegenseitig verletzende Worte an den Kopf knallen, funktioniert dies überhaupt nicht.
Während Noemi noch nicht einmal die Notwendigkeit erkennt, endlich ein wenig Geld zu verdienen, verkriecht sich Logan hinterm Notebook oder sucht seine Brille. Markante Eigenschaften offenbaren beide nicht.

Derweil plätschert die Erzählung ohne Höhepunkte vor sich hin und ist weit davon entfernt, auch nur ansatzweise Spannung zu schüren. Mal ist ein Handy verschwunden und taucht an unerwarteter Stelle wieder auf, dann ein Knall aus dem Keller, der Boiler spinnt wiederholt und die vogelige Nachbarin kann sich nicht entscheiden, ob ihr Ehemann längst tot ist oder doch noch unter den Lebenden weilt. Zwar probiert die Kamera diverse Blickwinkel aus, um eine Bedrohung zu suggerieren und der Score lässt ab und an die Streicher etwas vordergründiger erklingen, doch der Funke will nie so recht überspringen.

Auf der einen Seite ereignet sich zu wenig, auf der anderen wird etwas häufig geduscht oder es werden Laufzeiten trainiert, weil es ja für das Finale eventuell von Bedeutung sein könnte.
Allerdings schlägt der Showdown eher unbeholfene Töne an, als wäre den Autoren am Ende keine bessere Pointe eingefallen. Die Lösung ist beliebig und liefert eine unzureichende Motivation des „Bösen“, wonach der Zuschauer nicht befriedigt zurückgelassen wird.

Dem können die allenfalls mittelmäßigen darstellerischen Leistungen kaum entgegenwirken, wobei das Skript auch kaum Möglichkeiten zur Entfaltung bietet.
Minnette performt zwar ein wenig überzeugender als seine Filmmutter, doch tragen kann er die allgemeine Ereignislosigkeit nicht.
Entsprechend muss man niemandem die Bude einrennen, denn „Open House“ liefert kaum Thrill und Unterhaltungswert, so dass der Tag der offenen Tür in diesem Fall ausfallen kann.
3,5 von 10

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