Auch dieses Jahr schon mehrfach prominent zitiert (u.a. in Skyscraper) und parodiert (zuletzt bei Game Over, Man!) steht auch drei Jahrzehnte nach der Ersterscheinung McTiernans Die Hard (1987) als Messlatte für den modernen Actionthriller vor allem in Bezug auf einen einsamen Helden unter akuter Belastungs- und Belagerungssituation gegen eine zahlen- und waffenmäßige Übermacht auf engen Raume hervor; als Aushängeschild einer ganzen Reihe von Epigonen, Nachahmern bis hin zu Plagiaten und gelinden Variationen, wobei zu der mit besseren Abwandlung auch der Kinofilm Sudden Death (1995) und der dortige Handlungsschwerpunkt eines Eishockeystadions gehört. Der Film selber, obwohl durchaus positiv aufgenommen und sowohl den Kritikern als auch dem Publikum verhältnismäßig goutiert, hat natürlich nicht dieselbe Aufmerksamkeit und Schlagkraft wie ebenfalls sein Vorbild, so dass trotz mehr vorhandener Ähnlichkeit auch der vorliegende Final Score trotz fast mehr Gemeinsamkeiten wieder mit "Die Hard in a Football Stadium" und nicht etwa als Sudden Death Klone vermarktet und beschrieben wird:
Der frühere Armist und Afghanistan-Veteran Michael Knox [ Dave Bautista ] will bei einem seiner regelmäßigen Londonbesuche die Tochter Danni [ Lara Peake ] eines gefallenen Kameraden und besten Freundes zu einem jetzt bereits legendären Fußballspiel einladen; wird „Boleyn Ground“, das Stadion der lokalen West Ham United, die gegen die russischen Dynamo FC (sic) aus Sakovya antreten müssen, doch anschließend abgerissen und bildet so letztmalig die Kulisse für einen Fußballkrimi. Kurz nach dem Anpfiff übernimmt jedoch unbemerkt von der Öffentlichkeit der ehemalige General Arkady Belav [ Ray Winstone ] mitsamt seiner Söldnertruppe die Hoheitsgewalt in der Runde, wobei er eigentlich nur Ausschau nach seinem totgeglaubten Bruder und früheren Weggefährten Dimitri Belav [ Pierce Brosnan ] hält. Aber dennoch das gesamte Mauerwerk vermint hat und in Sachen Leichen und Bauernopfern sowieso skrupellos ist. Knox, der nach einigen Mühen auch die örtliche Polizei unter Führung von Steed [ Ralph Brown ] und den externen Agent Cho [ Julian Cheung ] informieren kann, stellt sich zusammen mit dem eher unfreiwillig involvierten Stadionführer Faisal Khan [ eine Art Apu Nahasapeemapetilon: Amit Shah ] den Angreifern.
Eine britische Produktion mit einem Budget von vergleichsweise soliden 20 Mio. USD, produziert nämlich nicht (ausschließlich) für die breite Distribution wie die Lichtspielhäuser, sondern als Aushängeschild und Werbeanreiz für den im Vereinigten Königreich und Irland operierenden Bezahlsender Sky Cinema und in anderen Gefilden entweder zum Abruf über das Internet oder als Limited Release doch für die Kinosäle, also auf mehreren Ebenen gleich und mehreren aktuellen Medienformaten umgesetzt. Ursprünglich und hauptsächlich eine Art Appetizer für die vorhandene und besonders auch die eventuell noch kommende Abonnenten-Kundschaft, eine Art Video on Demand also, dass als kleine Actionsause für Zwischendurch die Wünsche seiner Klientel bedient und teilweise im Wissen darum auch vorwegnimmt und nach kommerziell sicheren Gesichtspunkten mit bestimmten festen Vorgaben von Regeln und damit auch bekannten Bildern und Geschichten instrumentalisiert.
Dagegen ist nichts einzuwenden, wenn man sich Mühe bei der Auswahl und bei der Gestaltung seines Programmes gibt, wurden hier unabhängig von der vertrauten, nur vom Hochhaus (bzw. dem Eishockeystadion) in eine Fußballarena verlegten Geschichte und damit auch der Wahl und v.a. der Nutzung und Einbindung des (damals noch real existierenden, kurz später offiziell abgerissenen) Schauplatzes immerhin noch ein verhältnismäßig fähiger Regisseur und eine hier und da namhafte, mit dem Genre verbundene Darstellerriege verpflichtet; wobei Regisseur Scott Mann seine Versprechungen aus The Tournament (2009) allerdings bisher nicht eingelöst hat und auch hier nicht am Wiederholen, vielleicht mit einer flott-rücksichtslosen Verfolgungsjagd auf Rädern durch die Zuschauerkatakomben und hier und da etwas Blut am Andeuten ist. In den Voraussetzungen, einschließlich des finanziellen Rahmens (5 Mio. USD mehr als bspw. "Die Hard in a Mall" Security, 2017) und der Freigabe für Erwachsene also durchaus punktend; und was das Endergebnis dieser aufgestellten Mannschaft angeht: Mehr als ein knapper Heimsieg, und ein Endergebnis als einer von vielen anderen Vertretern des Subgenres ist es nicht.
Denn entsprechend der Vorgaben und getreu der Erwartungen wird nach einer kurzen Aufwärmphase mitsamt der Vorstellung des Helden (inklusive einer minimalen Vorgeschichte und der 'familiären' bzw. emotionalen Konnektion), seiner Gegner, ihrer eigenen Agenda und der eher nichtsnutzigen Vorsichts- und Schutzmaßnahmen der Polizei das Spiel auch schon angefangen und ist schnell im Dribbling und sicher im Passspiel, lässt aber wahre Höhepunkte missen und zeigt quasi nur das, was man für den soliden Durchschnitt zeigen muss. Mehr nicht. Die Kommandozentrale wird mit einigen namenlosen Opfern flugs eingenommen, während der Heroe sich alsbald durch eine enge Behausung nach der anderen prügelt und er erst einen Fahrstuhl mit Blut besprenkelt und dann in der Stadionsküche buchstäblich das Feuer und den nächsten Umstehenden gleich mit am Anzündeln ist. Ordentlich Radau im Zwei- und Mehrkampf, gegen ebenso stabil ausgerichtete Kombattanten, die teilweise auch einen Kopf größer und das V-Kreuz eingerechnet 2m breit sind; und sich auch folgerichtig zu wehren wissen und manchmal eben nur mit der Kugel in Leib und Schädel, dem heißen Öl ins Gesicht und mit dem glühenden Jagdmesser direkt in den Hals oder doch dem guten alten Kopfschuss auszuschalten sind.
Die Möglichkeit der erhöhten Freigabe und der Umsetzung auch von (gelinde) gewalttätigeren Szenen abseits des 'normalen' Filmes und des traditionellen Fernsehens werden also genutzt, ohne sich darin exzessiv auszutoben; überhaupt wird hier großteils eher ein Malen nach Zahlen betrieben, dass allerdings mit hohen Unterhaltungswert, einigen humoristischen Spitzen und natürlich (den unterforderten) Brosnan als Würdezeichen aufwartet und auch durch Bautista als falschen Mann am falschen Ort zur falschen Zeit nur am Punkten ist. Die allgemein britische Herkunft der zeitlich knapp im August 2016 abgedrehten Produktion hat zusätzlichen Reiz, ist die gesamte Gestaltung doch recht schnörkellos und visuell grobschlächtig gehalten, etwas ruppig bis auch siffig fast und mit der großen Klappe vieler Beteiligten und entsprechend auch ein paar knackigere Dialoge oder Oneliner versehen; auch die Darsteller sind bestenfalls 'herbe Schönheiten' und ansonsten eher echte Schallerfressen, was hier ungewöhnlicherweise auch für den HK-Star Cheung in dessen vergleichsweise heruntergekommener und intriganter Fassade gegenüber den sonstigen Schönlingsrollen zutrifft.