Review

Nett…23.06.2009

Und damit ist an sich auch schon alles gesagt. Aber ich muß ein wenig ausholen…vielleicht bin ich für derartige Filme tatsächlich schon zu alt. Situationen wie die, in der sich die Hauptfigur des Films befindet, habe ich zuletzt vor mehr als fünfzehn Jahren erlebt. Damit meine ich nicht die Parties, zu denen allerhand hübsches Gemüse eingeladen wird, oder die Clubs, in denen man trinken, abhängen und tanzen kann – nein, ich denke eher an das Ende der ersten wirklich langjährigen Beziehung, an all die Dinge, die damit einhergehen…das ist vorbei, das erlebt man nicht mehr in gleichem Maße, denn hier macht Lebenserfahrung auch ein klein wenig härter und resistenter. Zudem ist der Film in manchen Szenen einfach zu albern, möglicherweise schrie man seitens der Produzenten laut „Zielpublikum“ – junge Menschen in Studium und Beruf im Alter von 22 bis 25…Menschen, die auch die Romanvorlage gerne konsumiert haben.

Nun ist das mit Buchvorlagen ohnehin so eine Sache, ich erinnere an den kürzlich von mir besprochenen Fadfilm vom „fliehenden Pferd“ – Freunde des Romans von Barre mögen an dem Film sowieso nach Herzenslust herumnörgeln, und genau an diese richtet sich der Film ganz sicher nicht. Die anderen aber, die das Buch nicht kennen, möchten genau wie erstere einfach nur einen guten Film sehen, werden aber von den teils aufgesetzt wirkenden Albernheiten enttäuscht. Denn die Story ist so einfach wie schon tausendmal erzählt: der Bube Ben, tätig als Redakteur eines Musikmagazins, - toller Job, kennt wichtige Leute - hat seit drei Jahren das Mädel Katharina als Freundin, die sich aber, des ständigen Versetztwerdens überdrüssig, per SMS von Ben trennt. Ben nun macht alle Phase des Trennungsschmerzes durch, hat aber zum Glück zum einen zwei gute Freunde im Rücken, zum anderen aber das Happy-End vor Augen, welches uns Zusehern schon nach zehn Minuten klar und deutlich wird, wenngleich der Weg dahin nicht einfach ist.

Es ist die gute alte Geschichte…Bub liebt Mädchen, Mädchen will reden, Bub lieber nicht, Bub will cool sein und alles mitnehmen, Mädchen trennt sich, Bub ist verzweifelt, macht sich zum Horst und gewinnt das Mädchen mit Liebesbrief zurück. Bäh. Zum Glück suhlt man sich hier nicht in typisch deutschen Betroffenheitsdialogen, sondern bringt die Geschichte kurzweilig voran. Einen Hauptanteil daran haben vor allem die skurrilen Nebenfiguren, Klischee olé, dennoch lustig. Schön, den Ulf von Stromberg als Apotheker Alf wiederzusehen. Die Hauptfigur indes ist unsympathisch und darstellerisch auch mit Herrn Schweighöfer eher mau besetzt. Und so schreitet der Film recht kurzweilig dahin, hier und da bemüht komisch, an anderer Stelle tatsächlich lustig, jedoch niemals außergewöhnlich und daher schnell dem Vergessen anheim fallend…6/10.

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