"Sololbum" ist entgegen der Erwartungen und der Buchvorlage von Benjamin von Stuckrad Barre ein weniger gesellschaftskritischer, doch umso mehr auf Komödie ausgelegter Film geworden.
Die Kritik, die in der Person von Matthias Schweighöffer auftritt, fällt unter den Tisch. Den seine Figur, die ein hippes Leben zwischen Alkohol, Frauen und Musikrinterviews führt, ist stellvertretend für eine ganze sinnentleerte, von innen hohle Jugend, die ein schnelles Leben auf der beruflichen Überholspur führt. Sie gibt also reichlich Ansatz zur Kritik.
Doch begegnet man dem Protagonisten im Buch als "Täter", als Mensch, der sein Schicksal selbst verschuldet. Hier im Film sieht man ihn als Opfer, der von der "bösen" Freundin verlassen wird und weiterhin von Freunden und Beruf genervt wird. Dabei geht die Gesellschaftskritik, die an das tatsächliche Musikbusiness gerichtet ist, flöten und man sieht sich statt in einem kritischen Drama mit humoristischen Ansätzen in einer für die breite Masse tauglich gemachten Teeniekomödie.
Das alles tut der Idee und dem hervorragenden Matthias Schweighöffer unrecht. Denn der bemüht sich, das letzte Bißchen Dramatik für sich zu behalten und zum Ausdruck zu bringen. Die Entnervtheit und den Schmerz der Trennung von seiner Freundinn (Nora Tschirner) bringt er sehr gekonnt zum Ausdruck.
Der Film wirkt im Nachhinein doch wie ein Gemisch aus Beziehungsdrama und Komödie, das Genre des satirischen Portraits wird hier verlassen.
Nennenswert ist auch Christian Näthe, der ein unglaublich komisches Talent hat un dem deutschen Film hoffentlich lange erhalten bleibt. Er veredelte schon Filme wie "Wilde Jungs" und "Schule.
Netter, unterhaltsamer Film, trotz der geänderten Intention gefällt.
7/10 Punkten.