Berlin: Ben (Matthias Schweighöfer), seines Zeichens recht erfolgreicher Musikjournalist und regelmäßiger Besucher der angesagtesten Partys, hat sein Leben im Griff. Weder Job noch Liebe lassen zu wünschen übrig. Doch als er seine Freundin Katharina (Nora Tschirner) an ihrem Geburtstag im Lokal allein sitzen lässt und lieber auf die nächstbeste Party geht, macht sie mit ihm Schluss...per SMS. Die Welt des toughen Ben bricht zusammen...nichts klappt mehr so, wie es soll. Zusammen mit seinen Freunden Alf und Christian versucht er nun alles Mögliche, um Katharina zu vergessen, doch er muss schnell einsehen, dass sein Leben ohne sie sinnlos ist. Auch jeder Versuch, sie zurückzugewinnen, schlägt fehlt.
So versucht unser Hauptakteur durch den ganzen Film hindurch sich über den Verlust hinwegzutrösten - Alkohol, die Isoliertheit, andere Frauen - und dabei tappt er von einem Fettnäpfchen ins Nächste. Und hier liegt wohl schon der gravierendste Unterschied zur Buchvorlage von Benjamin von Stuckrad-Barre: das ansatzweise Kritische aber auch Romantisch-Schöne muss im Film hin und wieder diversen Humor- und Slapstickeinlagen weichen. Regisseur Gregor Schnitzler hat dennoch eine für beide Parteien sinnvolle und akzeptable Zwischenlösung gefunden und so ergänzen sich letztendlich Liebesgeschichte und Humor zu einem recht ansehnlichen Stück Unterhaltungskino.
Die Story ist ehrlich und teilweise recht rührend. Wichtig dabei ist, dass nichts an den Haaren herbeigezogen ist oder unrealistisch wirkt. Glücklicherweise hat man hier nie versucht irgendwelche pseudohaften amerikanischen "Vorbilder" zu kopieren. So etwas wie "American Pie" muss man bei "Soloalbum" nicht erwarten. Vielmehr fokussiert sich der Film auf die beiden Protagonisten Ben und Katharina und ihre seelische und soziale Entwicklung nach der Trennung. Zwar relativ harmlos aber dennoch einfühlsam ist die Beziehung zwischen den beiden konstruiert: immer wenn der gebeutelte Zuschauer denkt, dass für die beiden ein Neubeginn möglich ist, erstickt der Film jede Hoffnung auf ein Happy-End. Dieses Wechselbad der Gefühle macht den Charme des Streifens aus - und so darf man bis zum Schluss fiebern, ob die beiden wieder zusammenkommen. Jeder kennt die Antwort auf diese Frage bereits nach 20 Minuten, tut aber nichts weiter zur Sache, denn wer sich etwas in den Film hineinversetzen kann, kann ihn trotz Offensichtlichkeiten genießen.
Etwas störend sind die teilweise gezielt auf Popcornkino und Mainstream-Publikum ausgerichteten Passagen. Sie stören den Fluss der schönen Liebesgeschichte und wirken teilweise leider etwas zu albern. Auf ein paar Lacher kann man sich dabei dennoch freuen. Frage ist, ob diese es wirklich wert waren...
Schauspielerisch gibt es wenig zu bemängeln. Sowohl Hauptdarsteller Schweighöfer und Tschirner, als auch der Rest der Castcrew machen ihren Job durchaus überzeugend. So darf man in Nebenrollen einige aufsteigende deutsche Jungtalente wie Lisa Maria Potthoff bewundern. Ein paar Gastauftritte gibt es auch noch zu sehen - mit dabei sind Sandy von den No Angels und Thomas D. In Sachen Regie und Kamera kann man eigentlich auch wenig meckern...Gregor Schnitzler beherrscht seinen Job und zeigt uns einige schöne Einstellungen. Eine gewisse Liebe zum Detail kann man ihm wirklich nicht absprechen.
Dennoch fehlt "Soloalbum" etwas zum endgültigen Erfolg - irgendwie wirkt er manchmal nämlich leider trotzdem typisch deutsch; durch den Film ziehen sich zum Beispiel zu viele Klischees. Aber dennoch findet der Zuschauer hier eine solide, frische und ehrliche Beziehungskomödie, die ihre Höhepunkte aufweisen kann - vor allem für Genrefans. "Soloalbum" versucht seiner seicht-romantischen Linie treu zu bleiben und driftet zum Glück nie in richtige Banalitäten ab. Die eine oder andere Slapstickeinlage hätte getrost beiseite geschoben werden können - ein paar romantische oder beziehungsrelevante Bausteine wären vielleicht sinnvoller gewesen. Schade dass sich der eigentlich recht solide Film nie wirklich entscheiden kann, ob er nun lockeres und durchaus witziges Popcornkino oder doch eine eher ernstere und gefühlvolle Liebesgeschichte sein will. Tipp: Mit der Freundin oder einem lieben Menschen anschauen...dann macht "Soloalbum" nämlich weitaus mehr Spaß als alleine.