Review

Sub-Atomic Black


Die attraktive Taraji P. Henson macht die Shaftine in diesem austauschbaren Stück Wannabe-Blacksploitation. In „Proud Mary“ kümmert sie sich eine als toughe Auftragskillerin um einen (durch sie produzierten) Waisenjungen - und das Geschäft und die Probleme ruhen währenddessen natürlich nicht... 

Selten hat man einen Film mit so vielen Schwarzen gesehen - der trotzdem so blass war... Nachdem die Bad Boys Anfang des Jahres weltweit an den Kinokassen nochmal ansehnlich aufgeräumt haben, die Madea-Filme zumindest Übersee immer wieder gut Kohle machen und sogar Shaft letztes Jahr nochmal generationsübergreifend aufgetischt wurde, kann man nicht sagen, dass das Black Cinema tot ist. Aber richtig kräftig ist der Herzschlag jetzt auch nicht. Und als Adrenalinstoss nutzt dieser Actioner leider genauso viel wie ein Sandmännchen-Marathon... Das hört sich böse an, zu böse vielleicht. Denn die gute Taraji gibt alles, die Verbindung mit ihrem filmischen Ziehsohn ist das Herzstück und manch eine Actionsequenz kann noch als handfest durchgehen. Außerdem schwebt über allem ein Soundtrack, der drei Ligen zu hoch spielt, und es ist immer schön Herrn Glover mal wieder zu sehen. Doch ansonsten ist das die pure Ödnis. Kein Grindhouse-Feeling, im Gegensatz zu John Wick und Co. ein schlechter Witz, vollkommen aus der Zeit gefallen - und das ist nicht positiv gemeint. Zum Glück schneller vergessen als man sich darüber aufregen kann. Viele TV-Produktionen sind besser. 

Fazit: der Score ist ultrasmooth und Taraji ist jeden Besuch wert... und dennoch ist „Proud Mary“ alles andere als die stolze Wiederkehr des schwarzen Kinos und eher eine höchst generische und langweilige Angelegenheit. Nicht porentief mies, eher mäh. Und das ist manchmal ja fast noch schlimmer... 

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