Wie wird aus einem durchschnittlichen Kind ein traumatisierter Psychokiller?
Bei einer Halloweenparty lässt man den Kleinen mit dem Kopf in einen Bottich eintauchen, um mit dem Mund einen Apfel herauszufischen. Weil der Lütte aber ein wenig ungeschickt ist und Saufpapa ihn vor all seinen Freunden niedermacht, bringt er Jahre später als durchgeknallter Killer ein paar Teens um die Ecke.
Der einfachste Stoff, aus dem Teenie-Slasher fabriziert werden und da waren auch in den 80ern nicht alle super.
Mit der Vorgeschichte verbringt man erstmal einige Zeit, Kindheit des Irren, die ersten Gehversuche hin zum Psychopathen, wir erleben sein Verhalten gegenüber seiner Großmutter, in deren Landhaus „Hollow Gate“ er nun allein mit ihr wohnt, gut 20 Minuten lahmarschige Einleitung.
Dann folgen endlich die vier Teens, zwei Paare ohne Charakterzeichnung, die auf dem Weg zu einer Halloweenparty sind (natürlich mit dem üblichen VW-Bus) und landen über Umwege beim Landsitz des Irren. Der hat soeben Omi um die Ecke gebracht und verbringt die folgende Zeit damit, die vier in aller Seelenruhe nach und nach auszuschalten.
Natürlich raufen sich die zwei Kerle nicht zusammen, um den Lulli zu überwältigen, nein, man will direkt durch das elektrisch aufgeladene Eingangstor oder ein Auto in der Garage zur Flucht mopsen, in dem der Irre natürlich bereits mit einem Messer wartet.
Dabei ist es noch ein Pluspunkt, dass sich der Freak abwechselnd, weil ja Halloween ist, als Soldat, Sheriff, Jäger und Arzt verkleidet und für sich in der jeweiligen Rolle Gefallen findet, doch dem Zuschauer werden die grottigen Darsteller und die teilweise asynchronen Stimmen bereits nach kurzer Zeit auf den Wecker gehen. Die laufen zumeist auf dem Außengelände herum, verstecken sich und warten förmlich darauf, erwischt zu werden.
Und da kommt dann einmal mehr die gnadenlose Schere der FSK ins Spiel, denn die lässt noch nicht einmal den Stich eines Messers in den Bauch zu, ganz zu schweigen vom Verkleinern mit einem Mähdrescher, - da muss man sich einige Szenen selbst zurecht spinnen. Dagegen ist jede Rosamunde Pilcher Verfilmung die reinste Splatterorgie.
Damit die Sache inhaltlich nicht ganz so eindimensional abläuft, werden noch zwei junge Cops eingeführt, die sich beim Sandwichmann über ihren Werdegang unterhalten und über Ecken darauf kommen, dass bei dem Psychotypen nicht alles in Ordnung zu sein scheint, deshalb fährt man auch hin, bevor das letzte Opfer dran glauben muss.
Was auf den ersten Blick nach mittelmäßigem 80er Slasher wie „Night of the Demons“ klingt, entpuppt sich rasch als Schuss in den Ofen. Es kommt kein Tempo auf, die Atmosphäre packt von vornherein nicht, die Kamera wackelt hin und her und streift über den Rasen, als wäre jemand auf der Flucht (was nie wirklich der Fall ist) und obendrein fehlen sämtliche Morde, auch wenn es insgesamt nur wenige zu sehen gäbe.
Ein überaus vertrauter Ablauf wäre durchaus zu verkraften, aber dazu gehört ein Gespür für Dramaturgie, für spannend kribbelnde Szenen und dies ist hier nicht in Ansätzen zu finden. Was bleibt, sind völlig deplazierte Darsteller, die zu keiner Zeit zum Mitfiebern anregen und eine Bewegungslosigkeit sämtlicher Figuren, als ginge es lediglich um den Diebstahl eines Gummibärchens (nicht der ganzen Tüte).
Dieser lustlos heruntergekurbelte Streifen ist selbst zum nebenbei sehen viel zu langweilig und in dieser Form (und wohl auch in der Uncut-Fassung) keinem Slasher Freund zu empfehlen.
Vielleicht hat der Autor und Regisseur dieses Reinfalls das ebenfalls begriffen, da er nach diesem Debüt nie wieder etwas derart Dilettantisches fabrizieren durfte.
Wahrscheinlich arbeitet er jetzt beim Kostümverleih für die Halloweengarderobe, da kann man ja nicht ganz so viel falsch machen.
2 von 10