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Aus meiner wohl niemals leer werdenden Schatzkiste zum Glück vergessener Horrorschnellschüsse der 80er gönne ich euch heute mal „Hollow Gate“ aus dem Jahr 1988, erstellt zu einer Zeit, als die Slasherwelle sowieso schon nur noch künstlich beatmet wurde.

Dementsprechend war die Erwartungshaltung gering genug, aber es geht auch bei 85 Minuten Laufzeit immer noch etwas unerquicklicher.

Im Fokus dieses Heulers von Ray di Zazzo - jaja, wenn sie ihn nicht kennen, ist das nicht schlimm, dies war sein einziger Film und zum Glück auch sein einziges Drehbuch – steht der arme Mark, der nun wirklich ein furchtbares Leben hatte. Als Kind hatte er zum Halloweenfeiern nämlich seine Freunde zu Gast und eine liebevolle Mutter – sowie nebenan einen Brutalo-Papa, dem sein Sprössling stets zu soft war, weswegen er ihn dann beim Apfeltauchen in einer tiefen Schüssel auch fast ersäuft, zur großen Belustigung der kindlichen Nachbarschaft. Schöne Freunde sind das da.

Das gibt schon den entschiedenen Psychoknacks für Beginners und aus Mark wird ein großer, schweigsamer, schüchterner junger Mann, der wahnsinnig gern mal knutschen, vögeln oder auch nur Händchenhalten würde, aber anno 1988 mit seiner introvertierten Softietour und seinen etwas spätpubertären Wünschen und Annäherungsversuchen nur super-creepy rüberkam.

Wenn er zurückgesetzt wird, dann mangelts auch schon mal an der nötigen Impulskontrolle und das lässt ihn dann schon mal beim Tankstellenjob einen missliebigen Kunden samt Mieze in die Luft jagen. Anschließend fängt er seine Herzensdame ab - die noch gar nichts davon weiß - und macht ihr zum Schmusen mal ne Höllenangst.

So jemand kommentiert später professionell im Internet oder wohnt alsbald in Räumen mit gepolsterten Wänden, aber aufgrund der vermutlich dümmsten jemals auf Film gebannten Entlassungsbegründung darf Mark irgendwann aus der Klapse zu seiner Omama ziehen. Quasi: „Der Typ ist ne wandelnde Zeitbombe, aber momentan gibt er keinen Mucks von sich also sehen wir nicht ein, warum wir ihn hier behalten sollten!“

Natürlich ist auch gleich wieder Halloween und Mark (inzwischen solide in den 30ern) darf dann Omi bei der Handarbeit helfen, aber irgendwann findet er einen Grund, auch ihr den Hahn zuzudrehen und dann bestellt der Halloweenphobiker sich selbst ein Dutzend schicke Kostüme. Wozu er das tut, ist nicht ganz klar, aber zum Glück hat der Kostümverleih Lieferprobleme und gibt den Transportjob an eine Viererbesetzung Partywilliger ab, quasi Nerd und Jock mit ihren Mädels. Die verirren sich also auf das elektrozaun-eingefasste Villengelände, liefern Kostüme und finden die tote Oma, aber eben nicht die leckere zum Kaffee. Derweil erfüllt sich Mark in seinen äußerst biederen Kostümen (kein Horror, nicht doch, mehr so Cowboy oder Großwildjäger) seine Träume vom Nachholbedarf und macht Jagd auf seine Opfer, die zum Glück für ihn durch akute Dummheit, brachiale Langsamkeit oder mörderisches Ungeschick verfügen. Derweil sind noch zwei Polizisten unterwegs, die wenigstens halbwegs ihre Sinne beisammen haben und später dort noch vorbei schauen…

Wir haben hier also 85 aufsehenerregende Minuten, ein viertelstündiges Vorspiel, dann eine halbe Stunde totale Ödnis und dann die tödliche Jagd, die u.a. die eine unfähige Flucht in einem halbleeren Golfwagen, das depperte Überfahren mit einem Mähdrescher in Zeitlupe und die Attacke der kuscheligsten Golden Retriever-Wachhunde, die Walt Disney gerade nicht brauchte, beinhalten.

Ob nun die Handlungen, die Dialoge oder die Darsteller schlimmer sind, ich weiß es nicht, aber Addison Richards, der gut zwanzig- bis dreißigjährige Killer ist IRL deutlich doppelt so alt und sein Chargieren, während er in Kinderkostümen den Graf Zaroff für Arme gibt, genügt jedem Kindergeburtstag an Anspruch, wenn der Clown gerade mal Corona hat. Gut, es gibt etwas Blut, aber auch sehr viel Langeweile.

Ich bin schließlich der Ödnis entflohen, rate aber niemandem, da nach großen Schätzen zu suchen, handwerklich war das immerhin einigermaßen sauber, aber mehr als 2,5/10 holt da keiner raus - das Genre war ziemlich am Ende.








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