Review

TRIPLE THREAT wurde als „EXPENDABLES ohne Rentner“ bezeichnet. Es ist jedoch auch ein Film ohne richtige Schauspieler, ohne Production Values und leider auch ohne vernünftig choreographierte Actionszenen – dafür empfehlen sich dann doch die RAID Filme sowie Timo Tjahjantos THE NIGHT COMES FOR US.

Hier gibt es stattdessen konventionellen Direct-to-DVD-Actiontrash mit altbackenen Machosprüchen und den abgehangensten Genreklischees: Bärtige Bösewichte stolpern unbeholfen durch die Gegend und schießen dahin, wo schon lang keiner mehr steht, die Guten bleiben grundsätzlich für einen Zweikampf zurück und entleeren vorher brav ihre Waffen, klar, wäre ja sonst nur der halbe Spaß.

Dass Scott Adkins zwar treten, aber nicht spielen kann, war bekannt, hier sieht man nun auch, dass er nicht mal in der Lage ist, sich einen ordentlichen Vollbart wachsen zu lassen. Lustigste Szene ist die, in der Adkins‘ Stuntman von der Seite auf die Windschutzscheibe eines mit Vollgas fahrenden Wagens springt. Wenn man in der Schule den Physikunterricht geschwänzt hat, kann man das schon mal machen.

Dass der Film in seinem Special Screening im Rahmen des Stuttgarter Weird Wednesdays fast die ganze Zeit ohne Untertitel gezeigt wurde, obwohl etwa ein Drittel in diversen asiatischen Sprachen gesprochen wird, macht überhaupt nichts, ein Plot ist ohnehin kaum vorhanden und es klingt wenigstens besser als die auswendig aufgesagten gebrochen englischen Dialoge der Hauptdarsteller.

Einzig bemerkenswert an TRIPLE THREAT ist, dass a) Iko Uwais keinen einzigen Kampf alleine gewinnt, und b) Tony Jaa und Tiger Hu Chen möglicherweise ein homosexuelles Kämpferpärchen spielen – das wird zwar nie explizit gezeigt oder behauptet, darf hier aber durchaus interpretiert werden. Und das wiederum wäre ein interessantes Novum in einem solchen testosterondurchtränkten Film.

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