Review

Mit dem Werbespruch „Wie Expendables ohne Rentner“ nimmt das Marketing den Mund reichlich voll, denn obgleich Leute wie Stallone, Schwarzenegger, Lundgren oder Van Damme ihren Zenit bereits überschritten haben, bringen sie zumindest eine gewisse Ausstrahlung mit. Das trifft auf die Kämpfer im vorliegenden Actioner nur sehr bedingt zu.

Gerade hält sich Milliardärserbin Xian in Thailand auf, um dem organisierten Verbrechen den Kampf anzusagen, befindet sie sich kurz darauf auf der Flucht vor Terrorist Collins (Scott Adkins) und seinen Schergen. Über Umwege trifft sie auf Jaka (Iko Uwais), der mit Collins ebenso eine Rechnung offen hat, wie die Söldner Payu (Tony Jaa) und Long Fei (Tiger Chen)…

Mit einer derart dünnen Story hätte man auch locker ein Videospiel umsetzen können, - noch so aus den Tagen des C64. Zwar gibt Regisseur Jesse V. Johnson früh Vollgas und gönnt dem Treiben nur wenige Atempausen, doch von einer ausgeklügelten Handlung ist man weit entfernt. Im Gegenteil, sie driftet zuweilen ins Unsinnige ab und offenbart eklatante Unwahrscheinlichkeiten, die allenfalls aufgrund des immens hohen Erzähltempos übersehen werden können.

Demgegenüber ist die Action eher ambivalent in Szene gesetzt: Die Fights sind sorgfältig choreographiert und gehen nicht im Schnittgewitter unter. Ein paar kuriose Einfälle wären zwar wünschenswert gewesen, doch Leute wie Jaa, Uwais, Chen und Adkins beherrschen MMA gewissermaßen aus dem Stand, wobei auch ein wenig Akrobatik mitspielt, die von einer grundsoliden Kamera eingefangen wird. Auf der anderen Seite gibt es definitiv zuviel Waffengewalt, was hinsichtlich vieler durchtrainierter Mimen schade ist. Diesbezüglich gibt es zwar einige blutige Einschüsse und eine Pumpgun zerfetzt aus der Nähe auch mal direkt einen Körper, doch auf Dauer wird reichlich oft daneben geschossen, selbst aus drei Metern Entfernung.

Zudem sorgen die Ballerorgien (eine etwas längere auf einem Polizeirevier) unterm Strich dafür, dass Kämpfer wie Adkins oder Michael Jai White erst gegen Ende ein wenig austeilen dürfen und auch Uwais muss nur bei zwei körperlichen Auseinandersetzungen ran.
Mimisch sind indes merkliche Abstriche zu machen, denn Adkins frönt nahezu durchweg dem Overacting, was dessen auflockernden Sprüche kaum mehr kaschieren können, wogegen Tiger Chen stets dreinschaut, als hätte man ihn beim Diebstahl von Keksen ertappt.
Uwais und White performen zwar besser, doch so richtig hell leuchten auch ihre Kerzen auf der Action-Torte nicht.

Deuten eine Explosion in einem Camp und eine Verfolgung durch diverse Gassen noch auf mögliche Schauwerte hin, gibt es neben den sauber inszenierten Kämpfen nicht viele davon zu erhaschen. Größtes Manko bleibt jedoch die dünne und in sämtlichen Belangen vorhersehbare Handlung, die nur bedingt Spannung aufkommen lässt und zudem dafür sorgt, dass leider mehr geballert denn geprügelt wird.
5,5 von 10

Details
Ähnliche Filme