Manchmal ist die anberaumte Zielgruppe bereits dem Cover zu entnehmen: Angepriesen mit „Von den Produzenten der Twilight-Saga“, dazu ein deutliches Logo FSK12 und eine recht ähnliche Farbgebung wie bei den besagten Vampirfilmen. Folgerichtig handelt es sich um eine Jugendbuchverfilmung, die Vorlage stammt allerdings bereits von 1974.
Der aufmüpfigen Schülerin Kit (AnnaSophia Robb) wird nahe gelegt, das Internat Blackwood Hall zu besuchen, welches von der strengen Madame Duret (Uma Thurman) geleitet wird. Mit vier weiteren Problemschülerinnen nimmt sie am jeweiligen Unterricht teil, um schon bald festzustellen, dass jede von ihnen in einem Bereich besonders talentiert ist. Doch noch etwas anderes scheint in dem alten Gemäuer umzugehen…
Die Prämisse erinnert frappierend an die von „5ive Girls“ aka „Dämonen im Mädchenpensionat“ und tatsächlich sind einige Parallelen auszumachen.
Das Interieur ist stimmungsvoll und detailreich ausgestattet und auch von außen erinnert der Kasten an einige Gothic-Streifen vergangener Tage. Die Ausgangslage steht indes auf eher wackeligen Beinen, denn wer veranstaltet einen derartigen Aufwand für fünf Problemfälle und stellt dazu noch Lehrer und Personal ein?
Zwar gehen die Figurenzeichnungen in Ordnung, doch etwas mehr als ein Kindheitstrauma hätte man der Hauptfigur durchaus mitgeben können. Immerhin wird das erste Drittel sinnvoll genutzt, um die Begebenheiten im Internat zu veranschaulichen, wobei bestimmte Aussagen der Leiterin bereits auf tiefere Absichten schließen lassen. Schließlich dauert es rund eine halbe Stunde, bis die Geschichte ein wenig Form annimmt und sich die ersten unheimlichen Ereignisse abzeichnen.
Allzu viel Spuk sollte man allerdings nicht erwarten, denn Regisseur Rodrigo Cortés setzt mehr auf die merkwürdige Grundstimmung als auf Schockmomente. So taucht zwar mal eine entstellte Fratze auf und ein paar unheimliche Geräusche sind auf den langen Fluren wahrnehmbar, doch der eigentliche Schrecken zeichnet sich bei den Entwicklungen der Schülerinnen ab.
In diesem Zusammenhang ist der Score lobend zu erwähnen, welcher sich recht virtuos ins Geschehen integriert, etwa, als Kat, ein wenig neben sich stehend, auf dem Klavier wie obsessiv eine schwer zu spielende Nummer hinlegt. Die Tracks sind gekonnt arrangiert und zudem sehr gut auf das Geschehen abgestimmt.
Dieses nimmt zum Finale zwar deutlich an Fahrt auf und streut ein wenig Suspense ein, doch gleichwohl wird mit einigen kitschigen Elementen hantiert, was es in dieser Deutlichkeit nicht gebraucht hätte. Vielleicht hätte eine deutliche Abgrenzung zur literarischen Vorlage in Sachen Auflösung einen besseren Eindruck hinterlassen, denn so wirkt doch alles recht glatt gebügelt.
Immerhin findet sich mit Uma Thurman eine erfahrene Schauspielerin, welche die übrige Besatzung locker an die Wand spielt und nur wenige Nuancen benötigt, um aus ihrer Madame Duret ein großes Mysterium aufzubauen. Frau Robb erledigt zwar einen passablen Job, in einigen Einstellungen schimmert jedoch durch, dass sie für eine Schülerin ein wenig zu alt ist.
Am Ende ergibt sich ein Mystery-Drama mit hübscher Ausstattung und einigen atmosphärischen Momenten. Die Kamera arbeitet solide, nur die Ausleuchtung schwächelt in einigen Szenen. Die Geschichte benötigt eine Weile um Gestalt anzunehmen, wobei das eigentliche Thema rund um künstlerisches Treiben hier und da noch ein wenig mehr Tiefe hätte vertragen können. Entsprechend konventionell gestalten sich die meisten Abläufe, überrascht wird man zu keiner Zeit. Jedoch okay unterhalten, wenn es mal nicht so reißerisch zugehen soll.
5,5 von 10