Review

Hier und da darf es auch mal ein neuerer Horrorfilm derer von DTS (Direct-to-Stream) sein, man kann ja nicht nur klassische Sachen schauen.
Bei „Mara“ bedurfte es aber nur einer halben Stunde, um das erste Mal mit den Augen zu rollen. Der gefühlt zwanzigste Film in den letzten 15 Jahren, der mit Schlafparalyse hantiert, weil man dabei a) ausgeliefert ist und b) kein Budget für aufwändige Traumwelten Marke Freddie Krüger braucht.

Kurz und knackig: die titelgebende „Mara“ ist ein pöser Dämon, der durch Schuld angezogen wird und mittels vier Phasen signalisiert, dass man alsbald fällig ist.
Diesmal stolpert Olga Kurylenko in die Dämonenpräsenz, als sie als Kriminalpsychologin Kate scheinbare Morde untersucht, die sich als Meucheleien aus dem Zwischenreich erweisen. Dummerweise macht sie den ewigen Fehler, einem Kindelein zu versprechen, nicht von Mutti getrennt zu werden, obwohl die gerade des Gattenmordes verdächtig ist. Das sorgt natürlich für baldige Schuldumverteilung, als Mom in die Klapse muss und dort bald auch den Hahn zugedreht bekommt.
Alsbald startet auch Kate ihre Reise durch die Dämonisierungsphasen…

Nichts an diesem Plot scheint wirklich neu zu sein, obwohl man sich sichtlich um handwerkliche Qualität bemüht hat. In Sachen „Dämon“ konnte man offenbar auf den großgewachsenen Fachmann für Geister- und Dämonenrollen, Javier Botet, zurückgreifen, der die Dämonin in der leider schon sehr ausgewaschenen Tradition asiatischer „Geister“ mit verdrehten, überlangen, ständig knackenden Gliedern spielt.

Prinzipiell funktioniert das ja auch: regelmäßig versackt auch Kate in ihrer Schlafparalyse und sieht dann in den dunklen Wohnungen eine Gestalt sich bewegen: abgenutzt, aber hocheffektiv. Aber irgendwann weiß man dann, wie der Hase läuft und der Film spult sich ab wie ein Fast-Food-Menü, gänzlich ohne jede Überraschung.

Entscheidend für das „Dranbleiben“ ist ja, ob dem Protagonisten überhaupt ein Ausweg offen gelassen wird, womit man hier wahrhaft bis eine Viertelstunde vor Schluß wartet. Bis dahin haben wir alle bekannten Elemente am Start: das Rätsel der Zusammenhänge, der unwillige Polizist, der überoptimistisch scheiternde Wissenschaftler.

Natürlich kann nicht davon ausgegangen werden, dass jemand, der einfach hin und wieder mal einen Gruselfilm einpfeift, horrorfilmgeschichtlich so up to date ist, dass ihm das auffällt. Für die Konsumenten ist „Mara“ sehr atmosphärisch und gelungen – alle Fans sollten aber problemlos jeden Schritt, den der Film macht freundlich vorhersagen können.
Das Prinzip „ohne Ausweg“ scheint mir aber dramaturgisch kontraproduktiv zu sein, an so etwas sind schon innovativere Filme wie „It Follows“ in gewissen Grenzen gescheitert. Für mich kommt dabei deswegen aber nur ein „okay“ bei heraus. (5/10)

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