Review

Romper Stomper gilt als einer der besten Filme, der in den 90er Jahren aus Down Under herübergeschwappt ist. Von der FSK schnell verdammt bezieht er in Deutschland den Status des unterschlagenen Gewaltepos, welches einem deutschen Publikum besser vorenthalten werden sollte, zum Grossteil wohl auch um ihn nicht zum Kultfilm der rechten Szene werden zu lassen (Ein Vorhaben, welches vermutlich mehr Rechtsradikale auf den Film aufmerksam werden lässt, als würde man ihn einfach totschweigen...)

Tatsächlich ist Romper Stomper allerdings nur ein sehr dünnes Filmchen um eine unglückliche Menage â Trois, angesiedelt im Milieu australischer Skinheads. Diese haben es besonders auf asiatische Einwanderer abgesehen, welche sich ständige, blutige Kämpfe mit den Skins liefern. Bei der Darstellung der Actionszenen wird freilich nicht mit brutalen Bildern gegeizt und die entfeselte Handkamera liefert energiegeladene Szenen, doch soll Romper Stomper kein blosser, dumpfer Actioner sein. So bemüht sich das Drehbuch nach einiger Laufzeit stärker um die zuvor beschriebene Liebesgeschichte, die leider in ihrer etwas lustlosen Darstellung zur marginalen Rahmenhandlung verkommt. Genau hier ist somit auch der grösste Knackpunkt des Films beheimatet: Romper Stomper versteht es zu keiner Zeit wirklich genug Interesse für seine Figuren zu entwickeln, als dass man wirklich Anteil an ihrem Schicksal nehmen würde. Das mag auch daran liegen, dass es hier vor allem an Identifikationsfiguren mangelt, deren Anwesenheit für die Ausgestaltung einer Romanze einfach notwendig ist. Hinzu kommen platte Dialoge, welche dem Film natürlich auch nicht sonderlich gut tun.

Fazit: Romper Stomper ist ein langweiliger Film mit relativ dürftigem Drehbuch, der als Drama versagt und als Actionfilm unbedeutend und im rechten Lager vollkommene Anti-Helden (im wahrsten Sinn des Wortes) bietet.

4/10

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