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Allerweltsnamen wie Emma Evans, Annelise M., oder Emily Rose lösen möglicherweise noch keine Assoziationen aus, doch bei Regan MacNeil könnte es beim einen oder anderen Genrefreund klingeln. Richtig. Bei all diesen Damen wurde mehr oder minder erfolgreich ein Exorzismus durchgeführt, - klappt gar nichts mehr, heißt es auch schon mal „“Der Letzte Exorzismus – The Next Chapter“. Bei Anna Ecklund hätte man sich die Austreibung sparen können, denn Autor und Regisseur Andrew Jones hat seit der ersten Welle von 1973 rein gar nichts dazugelernt.

Pater Theo ist am Ende, denn sein Gemeindemitglied Anna scheint nach Jahren ein weiteres Mal von Dämonen besessen. Er bittet den jungen Kollegen Richard um Hilfe, welcher derzeit in einer Glaubenskrise steckt. Gemeinsam wollen sie das Böse austreiben, doch in den Mauern des Klosters haben sie es möglicherweise nicht nur mit einer Entität zu tun…

Es ist eines dieser zweifelhaften Werke, bei denen nach wenigen Szenen kaum noch Hoffnung auf ein ansprechendes Erlebnis besteht, da Jones sich wie der totale Anfänger anstellt. Denn wie schürt man Empathie für die Hauptfigur? Indem man sie als möglichst sympathisches Individuum einführt, welches plötzlich veränderte Wesenszüge offenbart.
Frau Ecklund ist allerdings von vornherein besessen und starrt mit leicht veränderten Klüsen in die Kamera, während sie im weißen Pölter auf dem Bett ein paar Verrenkungen vollzieht.
Die Kirchenorgel im Hintergrund läutet schon mal die Einschlafphase ein.

Nun könnte die Angelegenheit zumindest mit einigen Schauwerten angereichert werden, seien es auch nur die hinlänglich bekannten. Doch nichts mit Schweben, unnatürlichen Körperdrehungen oder unheimlichen Weißsagungen, die das Intime eines jeden Geistlichen offen legen. Anna bleibt auf dem Bett, spricht ein paar Sätze Latein, spuckt sogar mal und wird fixiert, nachdem sie notdürftig mit einem Vasenhieb schlafen gelegt wurde.

Noch ermüdender ist das Geschwafel unter den Priestern, die abwechselnd hohle Phrasen von sich geben, um schicksalsschwere Blicke bemüht sind und letztlich einen Exorzismus durchzuführen, der an Spannungsaarmut kaum zu unterbieten ist. Peinlicher sind nur die drei Nonnen, die offenbar von Laien verkörpert werden und gar nicht wissen, was sie da eigentlich spielen sollen. Entsprechend reagieren sie in prekären Momenten komplett unangemessen, es fehlt eigentlich nur noch ein unterdrücktes Kichern.

Aber nicht alles ist unterste Kajüte, denn Andrew Jones kann mit einem Spezialeffekt aufwarten: Eine gespaltene Zunge! Diese ist jedoch nicht etwa Teil einer Körpermodifikation eines Doubles. Nein, er hat es sich nicht nehmen lassen aus Latex ein Gedrösel anzufertigen und es der Hauptdarstellerin auf die Zungenspitze zu friemeln. Sieht total echt aus.
Auf einem Niveau mit den Nonnen.

Und während die Kirchenorgel weiterhin im Background betätigt wird, das Kloster zu keiner Zeit von außen zu sehen ist und innen wie austauschbares Interieur daherkommt, vergehen 79 Minuten, von denen der Abspann gleich acht beansprucht.
Der Streifen ist so dilettantisch wie die dazugehörige Synchro, von der zu vermuten ist, dass die Verleihfirma aus Kostengründen die Angestellten hat quatschen lassen.
Taugt als Einschlafhilfe, jedoch nicht ansatzweise als Film.
Das Machen solcher sollte man Andrew Jones eventuell…austreiben…
1,5 von 10

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