Vogelscheuchen entstanden bereits kurz nach der Einführung vom Ackerbau, um Viecher wie Krähen fernzuhalten. Seit den Achtzigern dienen sie regelmäßig als Schreckgespenster für Horrorfreunde, wobei vorliegender Backwood-Slasher kein Remake vom gleichnamigen Film von 1988 darstellt.
Die vier Freunde Ash, Ely, Farbsie und Devon wollen einen entlegenen Badesee erkunden und müssen hierfür am Rande eines Maisfeldes entlang, auf dem sich mehrere Vogelscheuchen befinden. Noch ahnen sie nicht, dass der dazugehörige Farmer bereits einige Touristen zu Vogelscheuchen umfunktionierte, - ein Schicksal dass der Gruppe ebenfalls blühen könnte…
Regisseur Stuart Stone, der als Schauspieler in mehr als 80 Filmen mitwirkte, weicht zu keiner Zeit von den Genremechanismen ab und lässt sich leider sehr viel Zeit, die austauschbaren Figuren einzuführen. Die Reihenfolge der Ableben ist durchaus erahnbar, denn der Bitch und dem Poser werden grundlegend schlechte Karten eingeräumt.
Bis ziemlich genau zur Halbzeit verbringt die Gruppe Zeit mit Latschen, Planschen und Fummeln, wobei der Fund eines Daumes auf der Windschutzscheibe immerhin für kurze Schmunzler sorgt.
Eigentlich machen sich Maisfelder immer gut, doch hier wird die Hatz auf die finalen Minuten beschränkt, wobei sich spannende Momente arg in Grenzen halten. Foltereinlagen wie zugenähte Münder werden indes nur angedeutet und auch beim Nageln ans Kreuz befindet sich Stoff auf der Haut, so dass neben Messer im Hals und einem Schaufelhieb kaum nennenswerte Gewalteinlagen auszumachen sind und die FSK „Keine Jugendfreigabe“ beinahe ein wenig befremdlich erscheint.
Der wulstige, stumme Schlächter mit Cowboyhut vor dem Antlitz macht sich eine Weile ganz gut, ohne Kopfbedeckung erscheint er zum Finale hingegen weitaus weniger furchteinflößend. Er kündigt seine Anwesenheit durch ein Pfeifen an, während Flüchtige im Maisfeld um Hilfe rufen, damit der Verfolger sie besser orten kann, - ähnlich dumme Verhaltensweisen gibt es noch einige.
Leider gelingt es Stuart Stone nicht, seinen Beitrag in irgendeiner Form so markant zu gestalten, dass er sich von der breiten Masse ähnlich gelagerter Stoffe abhebt.
Handwerklich okay und darstellerisch brauchbar, benötigt die Geschichte einen zu langen Vorlauf, um in der zweiten Hälfte ein deutlich flotteres Tempo vorzulegen, was allerdings mit nur wenigen Gewalteinlagen und Spannung auf Sparflamme einhergeht.
Genrekomplettisten können einen vorsichtigen Blick riskieren, wer ihn auslässt, verpasst allerdings auch nichts.
4,5 von 10