Ausgerechnet zu ihrem Geburtstag muß die Journalistin Brea (Paula Patton) erfahren, daß ihr Artikel über Korruption, für den sie ein ganzes Jahr lang recherchiert hatte, nicht mehr zur Blattlinie passt. Mehr noch: ihr Chefredakteur stellt auch ihre künftige Mitarbeit in Frage. Solchermaßen eher bedrückt trifft sie sich abends mit ihrem Freund John (Omas Epps) und dem befreundeten Paar Malia (Roselyn Sanchez) und Darren "D" (Laz Alonso) zum Essen. John, ein begnadeter Automechaniker, möchte den Abend nutzen, um Brea einen Heiratsantrag zu machen. Zu diesem Zweck hat er über Darrens Firma eine splendide Luxusbude in einem abgelegenen Waldgebiet gemietet, wo er ein heißes Wochenende mit dem Geburtstagskind verbringen will.
Darren, seines Zeichens Sport-Manager, unsensibel und ohne Manieren, verrät jedoch aus purem Egoismus die Überraschung. Doch John hat noch ein weiteres Ass im Ärmel, nämlich einen original hergerichteten Oldtimer, von dem Brea öfter geschwärmt hatte - sie soll den Flitzer steuern, mit dem das Pärchen die Villa erreichen will. Brea fühlt sich geschmeichelt, ist aber innerlich noch nicht bereit zu einem Ja-Wort.
Als die beiden tags darauf zu dem Trip aufbrechen, sind alle Sorgen vorerst vergessen. Unterwegs jedoch müssen sie an einer Tankstelle anhalten, wo es zu einer folgenschweren Begegnung kommt: auf der Damentoilette begegnet Brea einer sich äußerst seltsam verhaltenden Frau, während sich John draußen von ein ein paar herumlungernden Bikern dumme Sprüche anhören muß. Bevor die Sache eskaliert, taucht eine Polizeistreife auf und die beiden können ihre Fahrt fortsetzen. Allerdings werden sie von einem der Motorradfreaks verfolgt, den John nur mit Mühe in den Straßengraben abdrängen kann. Doch als sie dann endlich das Haus erreichen, wird es wieder nichts mit dem erhofften ruhigen Wochenende, da sich Darren mit Malia auch gleich noch selbst eingeladen hat.
Plötzlich klingelt ein Handy, das keinem der Anwesenden gehört. Brea entdeckt es in ihrer Handtasche - schnell kommt sie darauf, daß die seltsame Frau auf der Tankstellen-Toilette es ihr wohl unbemerkt untergejubelt hatte. Und genau diese Frau klingelt gerade an der Türe und will dringend das Handy zurückhaben. Doch die neugierige Brea hat das Handy soeben entsperrt und dessen Inhalt angeschaut - die Bilder lassen sie erstarren...
Eine schnelle und unerwartete Zuspitzung der Ereignisse nach unspektakulärem Beginn - Traffik bedient zumindest nach den ersten zwanzig Filmminuten mit den gewohnten Zutaten für einen spannenden Thriller die Erwartungshaltung des Publikums, und das, obwohl die beiden afroamerikanischen Pärchen weißgott nicht besondere Sympathieträger darstellen. Leider verflacht die Geschichte um eine Home-Invasion dann zunehmend, sobald die Katze aus dem Sack ist: alle vier im Haus Eingesperrten verhalten sich komplett falsch, um nicht zu sagen: idiotisch, was natürlich schnell böse Konsequenzen nach sich zieht.
Erschwerend hinzu kommt die ebenso wahllose wie dreiste Aneinanderreihung und Ausschlachtung gesellschaftspolitischer Themen, die kaum etwas mit dem Fortgang der Story zu tun haben, aber von Regisseur und Drehbuchautor Deon Taylor offensichtlich irgendwie untergebracht werden mußten. Da wäre zum einen die verkrachte Journalistin, die um ihren Job bangen muß, nur weil sie einen Artikel über Korruption schreiben will (echt jetzt?), dies jedoch schon am nächsten Tag vergessen hat und in Hotpants herumstolziert. Durch unbefugtes Herumschnüffeln kommt sie dann dem (auch ohne "c" titelgebenden) Thema Menschenhandel (ach was?) auf die Spur, so als würde allein dies ihre Karrierechancen verbessern. Über dieses trafficking wird freilich nur gequatscht, und das auch nur höchst allgemein und beiläufig, gezeigt wird so gut wie gar nichts. Dafür haben wir mal wieder eine ganze Bande böser weißer Männer, welche die optisch stets besonders gut in Szene gesetzte Hauptdarstellerin bedrohen.
Apropos Darsteller: während der endlos schwafelnde, kokainsüchtige Darren ein Arschloch par excellence darstellt, erreicht von sämtlichen anderen Filmcharaktären kaum jemand so etwas wie Normalformat, Missi Pyle als weiblicher Sheriff einmal ausgenommen. Nebenbei noch erwähnenswert - in einer winzigen Nebenrolle - der geschätzte William Fichtner, aber der hat in der verquasten Geschichte ohnehin nichts zu sagen. Vielleicht auch besser so.
Traffik plätschert nach der oben geschilderten Spannungsspitze (und das ist eigentlich auch schon das Beste, was dieser Film zu bieten hat, danach gehts nur noch bergab) träge vor sich hin, versiebt auf geradezu ärgerliche Weise einige Gelegenheiten, das bißchen verbliebene Spannung aufrechtzuerhalten (so fällt z.B. eine nächtliche Jagd durch den Wald gähnend langweilig aus) und endet dann komplett überhastet, ohne auf die angeschnittenen Themen oder auch nur irgendwelche Hintergründe näher einzugehen.
Fazit: Unsympathische bis langweilige Darsteller, die sich klischeehaft und falsch verhalten - das billige und noch dazu völlig substanzlose Trittbrettfahren mit prominenten Themen gesellschaftspolitischer Relevanz sowie das auch in Punkto Timing erschreckende Schwächen offenbarende Drehbuch sind mit 3 Punkten eigentlich noch großzügig bedacht.