Hat hier jemand Schmachtfetzen gesagt?
„Das Land des Regenbaums“ gilt auch heute noch als eine Art Yankee-Gegenentwurf zu „Vom Winde verweht“. Montgomery Clift spielt darin einen angehenden Dichter, der sich auf die Suche nach dem mythischen Regenbaum macht, um Glück und Zufriedenheit zu finden.
Doch ins wahre Leben zurückgekehrt, wird der Weg holprig und er verliert das Ziel aus den Augen, läßt seine langjährige Freundin (Eva Marie Saint) fahren und gibt sich der Südstaatenschönheit (Elizabeth Taylor) hin, die jedoch ein Kindheitstrauma mit sich schleppt, für das jeder Psychotherapeut ne Party schmeißen würde. Schließlich zieht er in den Krieg, um seine Frau und sein Kind wiederzufinden und findet schlußendlich auf den rechten Pfad zurück.
Kurz gesagt, der Film ist zäh und überlang und noch dazu furchtbar sentimental. Es fehlen darstellerische Lichtgestalten an allen Ecken und Enden, obwohl die Liste namhaft ist. Doch das blutleere Drehbuch gibt allen nicht viel zu tun.
Clift etwa bleibt geradezu erstaunlich blaß und gesichtslos als Held, kämpfte damals aber schon mit seiner Drogen- und Alkoholabhängigkeit und hatte noch während der Dreharbeiten einen schlimmen Unfall, der sein Gesicht komplett entstellte.
Die Taylor spielt die ausgeklinkte Ehefrau sehr gut, wenn nicht diese Trauma-Geschichte arg aufgesetzt und durchschaubar wirken würde. Vor allem die Auslöser, daß jemand von der Vorstellung Negerblut in den Adern zu haben wahnsinnig werden könnte, wirkt dick aufgetragen und ärgerlich.
Eva Marie Saint gibt meistens nur ein blasses Mäuschen und auch Rod Taylor hat wenig zu tun. Der Einzige, der hier das Drama rettet, ist ausgerechnet Lee Marvin, der als rüpelhafter Raufbold und Saufaus jede Szene veredelt, in der er auftreten darf. Wer im Vorspann dann noch DeForest Kelley alias Dr.McCoy ausgemacht hat, muß allerdings lange warten, denn er tritt erst in der letzten halben Stunde als Südstaatler kurz auf.
Dramaturgisch ist der Film eine Ödnis, hoppelt sich durch die Episoden und läßt den Topf zu lange auf dem Deckel. Die Bürgerkriegsepisoden sind zwar leidlich brauchbar, aber es fehlt an Leidenschaft und Chemie zwischen den Hauptfiguren.
Am Ende würgt das Skript dann geradezu einen dramaturgischen Kunstgriff hervor, der sich schon seit Stunden angedeutet hatte und damit hat es sich dann. Der Baum wird natürlich nur vom Zuschauer gefunden, die Helden sind mal wieder knapp dran vorbeigelaufen, aber es wird dennoch alles gut.
Und ja, dieser Schinken ist ziemlich angejahrt und daran kann auch die bemühte und kompetente Produktion nichts ändern. (5/10)