Ich bin kein großer Freund von Horrorfilmen und wenn ich sie mal schaue, dann mag ich das okkulte, dämonische und mystische. Nur das kann echte Gänsehaut erzeugen, wenn dies in unsere normale Welt Einzug hält. Als dann dieser Film von der Kritik und der Werbung unglaublich gehypt worden war, war die Neugier natürlich groß. Das Ergebnis enttäuscht etwas. Grundsätzlich ist dieser Film schon gut. Nur ist er viel zu lang, und man neigt dazu, vorzeitig einzuschlafen. So einigermassen spannend wird er erst nach 80 Minuten - so lange muss man durchhalten. Danach wird er ein richtiger Nägelkauer - unheimlich und verstörend. Aber wie gesagt - zu langer Vorlauf.
Aus künstlerischer Sicht ist dies natürlich notwendig, damit wir mit den Figuren besser mitfühlen können und ein größeres Verständnis haben, was dann kommt. Aber man braucht schon sehr viel Sitzfleisch. Toni Collette spielt grandios, die Regie ist toll, die Handlung führt den Zuschauer komplett in die Irre. Wenn das Finale beginnt, ist "Hereditary" ganz großes Kino. Unglaublich intensiv, hart und wahrhaft gruselig. Der Regisseur hat wirklich Talent.