Wenn J. J. Abrams im Hintergrund die Fäden zieht, ist meistens einiges an Budget im Spiel und bezeichnenderweise lautet ein Alternativtitel „Cloverfield 4“. Mit jenem Franchise hat der zweite Spielfilm von Regisseur Julius Avery jedoch nicht allzu viel gemein, vielmehr geht es mal wieder um Nazi-Exploitation, gepaart mit gekonnt inszenierter Kriegsaction.
D-Day in der Normandie: Eine Gruppe von alliierten Fallschirmjägern um Boyce (Jovan Adepo) und seinem Vorgesetzten Ford (Wyatt Russell) landet unsanft und findet kurzfristig Unterschlupf bei Chloe (Mathilde Ollivier). Ihr Auftrag, den Sender an einer Kirche zu zerstören, entpuppt sich als Himmelfahrtskommando, denn in den Katakomben experimentieren Nazis mit…
Der furiose Einstieg setzt die Messlatte in Sachen Action relativ hoch, denn noch vor dem eigentlichen Absprung der US-Soldaten herrscht am Himmel Endzeitstimmung, da die Maschine bereits getroffen ist und einige Explosionen folgen. Während sich die wenigen Überlebenden durch den Wald kämpfen, kristallisieren sich bereits grobe Figurenzeichnungen heraus, die natürlich nicht frei von Soldatenklischees sind. Boyce neigt zum Pazifismus und setzt eine Maus eher aus, anstatt sie zu beseitigen, während Ford den harten Hund und Einzelgänger mit Erfahrung markiert. Andere Erscheinungen sind eher Mitläufer, die sich allenfalls durchs Kaugummikauen oder den Hang zur Fotografie bemerkbar machen.
Zwar wird die Action im Mittelteil ein wenig vernachlässigt, stattdessen zeichnet sich das Szenario mit Ausharren und Verstecken im Haus von Chloe durch atmosphärische Momente und einige spannende Einlagen aus, bevor Boyce über Umwege in den Geheimlabors der Nazis landet. Hier schlägt die Stimmung langsam aber sicher um und obgleich man es nicht mit konventionellen Zombies zu tun hat, gibt es einiges an Body Horror und Splatter.
Die Action wird blutiger, der Bodycount schnellt in die Höhe und es ist definitiv nicht zu verachten, was die Maskenbildner da an makaberen Kuriositäten auf die Beine gestellt haben.
Obgleich der Streifen auf Starbesetzung verzichtet, gibt es gute Mimen zum bösen Spiel um dubiose Experimente und wuchtige Action, bei denen die teuren CGI nur selten durchschimmern. Die eine oder andere Überraschung hätte dem nahezu durchweg ernstem Treiben gewiss gut getan und am Ende macht sich gar ein Mangel an Spannung bemerkbar.
Dennoch unterhaltsamer Edel-Trash, der Genrefans schon aufgrund seiner überzeugenden Optik ansprechen dürfte.
7 von 10