Dieses arschseltene UFA-Tape, prinzipiell halb-ironisches RAF-Aufarbeitungsgedöns, lullt den Zuschauer von der ersten Einstellung an mit einer Mischung aus triefendster, fast Mittelmeer-Exploitations-Ekelhaftigkeit im Bild und einer, meher oder minder den ganzen Film durchgehaltenen Dialektik aus Pseudo-Jugendprache seliger "Die Grünen"-Gründerzeit, derbsten Flüchen und Wiener Dialekt ein.
Durch eine hanebüchene Überfallsituation gerät der Alt-Revoluzzer und natürlich Sozialarbeiter Peter Herzl in den Verdacht an einer, der Schleyer-Geschichte nachempfundenen, Entführung durch Terroristen beteiligt zu sein, und somit ins Visier des Amtes für Antidemokratische Umtriebe, kurz AFADU(bestimmt ein Simpsons-artiges Wortspiel,dessen tieferer Sinn sich mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht erschließen konnte).
Er taucht bei Kathi, einer Hure in Wien unter, die mit ihrer pubertierenden Tochter Edeltraud in einer Siedlung für die Familien gefallener Kommunisten lebt - falls ich das jetzt richtig verstanden habe...
Alles in diesem Film ist widerlich!
Die unvermeidlichen Kamerafahrten über das grau düstere Wien, ohne das kein Film über diese Stadt auskommt(mir fällt spontan das Gesamtwerk von Ulrich Seidl, oder phasenweise Michael Hanekes Gewalt-Trilogie ein).
Die depressive Welt der Huren; von der Grausamkeit ihrer Arbeit niedergemacht ständig darauf wartend von ihrem fiesen Zuhälter (routiniert ekelsthaft: Der mächtige Hanno Pöschl, der nach dem Totschlag eines Konkurrenten mit:
"Wenn's den Jesus siehst, haust' eam a paar in die Gosch'n" glänzt) von einer Grausamkeit in die nächste getreten zu werden, findet Kathi die einzige Ablenkung in seltsamen Erinnerungs-Ritualen an den toten Vater.
Nicht nur auf dieser Ebene sind inzestuöse Tendenzen zu erkennen, es kommt gar zu recht expliziten Soft-Core Sexszenen zwischen Mutter, Tochter, Herzl und zurück.
"Ekel Alfred" Heinz Schubert, in dessen Filmographie der hier besprochene Film vermutlich nicht auftaucht, als Direktor des AFADU, der ein inniges On-Screen (!) Verhältnis zu einer Gummipuppe pflegt und von seiner Frau als Belohnung, daß er sie mehr oder minder zufrieden läßt mit Additionen zu seiner Tabakspfeifensammlung belohnt wird.
Den Vogel schießt aber Volker Spengler ab.
Sein Peter Herzl ist komplett widerlich.
No redeeming qualities.
Meist nackt politisiert sich der Hauptdarsteller durch 93 Minuten,nach deren Konsum man sich eigentlich duschen
möchte.Ob er mit Mutter und Tochter in der Badewanne liegt oder als Jude (ca. vorletzte Jahrhundertwende) verkleidet mit der Tochter einer organisierten Vergewaltigung der Mutter durch einen kahlköpfigen Schwergewichts-Catcher beiwohnt - Die Losung lautet Minuett Hiroshima...
Genug jetzt.