Wenn das Cover als Mogelpackung fungiert, ist es mit dem Film meist nicht weit her und das ist beim vorliegenden Actioner mit Scott Adkins eindeutig der Fall. Dort sieht man ihn mit Zweitagebart und Schusswaffe, während im Hintergrund ein Gebäude, beim genaueren Hinsehen der Big Ben explodiert, - „Stirb Langsam“ lässt grüßen. Ein alternatives Cover kommt der Sache schon näher: Adkins mit Vollbart vor Weltraumumgebung.
Die Weltraumstation ISS dient seit fünf Jahren als Gefängnis und Folterzentrum für sechs Terroristen. Nun soll sich eine Ärztin, begleitet von CIA-Mann Reiser (Adkins) und einem Piloten einen Eindruck verschaffen. Doch durch unüberlegtes Handeln kommen die Inhaftierten frei…
Der in Serbien gedrehte Film strotzt nicht gerade vor kreativen Innovationen, obwohl drei Leute am Drehbuch beteiligt waren. Allein das Grundkonzept ist für die Tonne, lediglich einen Verantwortlichen fünf Jahre lang für sechs Gefangene auf einer Raumstation abzustellen, mal abgesehen vom enormen Kostenaufwand, Terroristen mal eben auf den Mond zu schießen. Immerhin kommt es nun endlich zur Inspektion, die natürlich komplett nach hinten losgeht.
Was sich umso schwieriger gestaltet, als dass es keinen Sympathieträger gibt. CIA-Agent zu schroff und grantig, Ärztin zu naiv, Pilot im Kern nett, aber meist im Hintergrund agierend. Die Bösewichte in Form der Terroristen kommen indes komplett austauschbar daher und offenbaren kaum garstige Verhaltensweisen, während ihre Ziele innerhalb so einer Situation recht haarsträubend sind. Fast so hanebüchen wie die Urinbomben, die im letzten Drittel zum Einsatz kommen.
Hier gibt es letztlich ein wenig Action zu sehen, wobei Adkins zwar ordentlich austeilt, jedoch zu keiner Zeit sein volles Können zur Schau stellen kann. Die Choreographie geht in Ordnung, einige Gewaltmomente wie Knochenbrüche und Kehlenschnitt sind auszumachen, wobei die richtigen Härten wie ein eingeschlagener Schädel oder eine malträtierte Hand außen vor bleiben.
Was die Angelegenheit eher einseitig gestaltet sind einerseits die karg ausgestatteten Räumlichkeiten, bei denen Grau vollends dominiert. Gefühlt gibt es nur vier Räume, die sich zudem relativ ähnlich sehen. Andererseits wird recht viel taktiert, obgleich die Situation kaum Diskussionsbedarf erfordert. Entsprechende Pläne gehen somit oft ins Irrationale über, während ein kleiner finaler Twist herzlich wenig Sinn ergibt.
Adkins merkte wohl im Verlauf des Drehs, dass er sich für eine Gurke verpflichtet hatte und performt komplett auf Sparflamme, wobei er immer noch glaubhafter agiert, als einige serbische Kollegen, die offenbar nur einen Gesichtsausdruck beherrschen.
Spannende Einlagen sind bei diesem Kammerspiel Mangelware, von Auflockerungen oder gar Humor fehlt ebenfalls jede Spur, von atmosphärischen Momenten ganz zu schweigen.
Die geballte Ladung an Fights im Schlussakt rettet noch ein wenig, der Rest ist Käse.
3,5 von 10